Seltenen Röhrling am Straßenrand entdeckt

Pilzberater: Bisher noch kein Anhängselröhrling im Altkreis bekannt

Niederwürschnitz.

Klaus Strobelt hat an einem Straßenrand einen seltenen Pilzfund gemacht: Der Niederwürschnitzer Pilzberater entdeckte einen Anhängselröhrling (lat. Boletus appendiculatus). Der Pilz hat seinen Namen wegen seines Anhängsels , das sich im Boden eingesenkt an der Stielbasis befindet. Er wird auch Gelber Steinpilz genannt. "Der Fund ist nach unseren Recherchen der erste im Altkreis Stollberg", erklärt Klaus Strobelts Sohn, Dirk Strobelt, ebenfalls als Pilzberater tätig.

Generell sei der Anhängselröhrling eher in Parkanlagen, aber auch in Eichen- und Buchenwäldern zu finden. So weiß Strobelt beispielsweise von Vorkommen im Grünfelder Park in Waldenburg zu berichten. "Er bevorzugt neutrale bis basische Böden. Das ist an der aktuellen Fundstelle gegeben, da hier auch der ebenfalls seltene Wurzelnde Bitterröhrling vorkommt."

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Auch wenn der Anhängselröhrling essbar ist, komme dessen Verzehr nicht infrage, erklärt Dirk Strobelt. Denn generell sollten keine Pilze von Straßenrändern gesammelt werden, wie auch nicht von Äckern und intensiv genutzten Weiden. "Pilze an Straßenrändern sind durch Autoabgase oft schwermetall- und schadstoffbelastet. Und bei landwirtschaftlich genutzten Flächen kommen häufig Herbizide und Pestizide zum Einsatz", erklärt er. Ebenso sollte man auf Rindenmulch vorsichtig sein, so sei Eibenholz beispielsweise giftig und dies könne auf den Pilz übertragen werden. "Das soll keine Panikmache sein", betont der Pilzberater, "aber die Leute sollten darauf achten von wo sie etwas essen".

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...