Solo weckt Erinnerungen

Ein Lugauer spielt hoch über der Stadt das Steigerlied und wirft damit bei einer Gersdorfer Seniorin alte Fragen auf.

Lugau/Gersdorf.

Als der 13-jährige Moritz Böhme am Ostersonntag aus 30 Metern Höhe - er stand auf der Drehleiter der Lugauer Feuerwehr - das Steigerlied spielte, war das weithin zu hören. Wie das Spiel jenes Trompeters, das in den 1960er-Jahren an Sonntagvormittagen erklang und bei Renate Unger in guter Erinnerung ist. Die 85-jährige Gersdorferin musste beim Lesen des Beitrages über Moritz Böhmes Trompeten-Solo sofort an die damaligen Konzerte denken, erklärt sie gegenüber "Freie Presse". Renate Unger: "Leider haben wir den Namen des Künstlers und seinen Standort nie herausgefunden." Man habe damals angenommen, er spiele auf einem Kirchturm. Es habe auch aber auch geheißen, die Musik käme aus Richtung Berggasthaus auf dem Pfaffenberg in Hohenstein-Ernstthal. "Die Trompetenklänge waren für mich das Highlight der Woche."

Vor ihrer Hochzeit 1963 habe sie in Chemnitz-Reichenbrand gewohnt, da sei sie auch aufgewachsen. Seitdem wohne sie - heute zusammen mit der Familie ihrer Tochter - im Haus ihres 1989 verstorbenen Mannes. "Zwei kleine Kinder und volle Arbeitszeit haben mir damals nicht viel Freizeit gelassen, sodass ich mich immer auf die Musik am Sonntagvormittag gefreut habe." Sie könne sich auch erinnern, dass ihre Mutti sie ab und zu nur wegen der Trompeten-Soli sonntags besucht habe. Wer der Trompeter war und wo er spielte, würde sie auch heute noch interessieren, erklärt die 85-Jährige. "Vielleicht kann sich jemand erinnern?"

Wer weiß mehr zu diesen Trompeten-Soli in den 1960er-Jahren? "Freie Presse" gibt die Frage an ihre Leser weiter. Hinweise bitte per E-Mail an red.stollberg@freiepresse.de.

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