Spontane Hilfe für Erzgebirger in Notlage

Das Schicksal der Crottendorfer Familie Krauß bewegt Menschen in der Region. Sie lebt mit ihrem schwerstbehinderten Sohn Julian in einem baufälligen Haus. Nun ist noch der Vater schwer krank. Ein Verein aus Oberpfannenstiel hat nun mit geholfen.

Crottendorf.

Seit knapp einer Woche dreht sich in Oberpfannenstiel eine neue Ortspyramide. Aus dem Anlass war in Kerstins Hobby-Shop eigens ein kleines Andenken aus Holz gestaltet worden. "Eigentlich sollte es für einen Euro pro Stück verkauft werden, die Einnahmen waren für unsere Vereinskasse gedacht", sagt Christoph Baumann, der Vorsitzende des Vereins der Heimatfreunde in dem Ortsteil von Lauter-Bernsbach. Doch ein "Freie Presse"-Beitrag über das Schicksal der Crottendorfer Familie Krauß führte dazu, dass sich der Vorstand spontan anders entschied. Das Geld soll dazu verwendet werden, die Eltern und ihr schwerstbehindertes Kind zu unterstützen, die in einem baufälligen Haus leben - was nicht ihre einzige Sorge ist. "Wir haben den Preis für unser Souvenir auf 3 Euro erhöht. Die 50 Stück waren schnell alle", erzählt der Oberpfannenstieler.

Er ist nicht der einzige, den das Schicksal von Silke, Helge und Julian Krauß berührt. Der zwölfjährige Junge kam 2007 viel zu früh auf die Welt, wog damals nur 660 Gramm und war 30 Zentimeter groß. Die Folgen sind bis heute geblieben. Julian sitzt im Rollstuhl, kann nicht sprechen, versucht aber, sich durch Laute zu äußern. "Er zeigt uns auch, was er möchte", erzählt Silke Krauß. Ihr Sohn muss gewickelt und gewaschen werden. Kommt sie von der Arbeit benötigt er bis zum Abend die volle Aufmerksamkeit. Angesichts eines weiteren Schicksalsschlags kann sie ihr Mann im Alltag nur noch bedingt unterstützen. Helge Krauß erhielt in diesem Jahr die Diagnose Darmkrebs, musste operiert werden. Die Chemotherapie läuft. Seiner Tätigkeit als Metallarbeiter kann er derzeit nicht nachgehen. Nun ist an einen behindertengerechten Ausbau des Erdgeschosses mit viel Eigenleistung, mit dem schon begonnen wurde, nicht mehr zu denken. Hinzu kommt die Sorge um das undichte Dach des Hauses, das dringend erneuert werden müsste. "Leser helfen", eine Spendenaktion der "Freien Presse", will sie wie eine weitere Familien unterstützen.

Derzeit leben Silke, Helge und Julian Krauß vor allem im Obergeschoss ihres Hauses in Crottendorf, wo das kleine Wohnzimmer zugleich als Schlafraum für den Jungen und seine Mama dient. Da ein behindertengerechtes Bad fehlt, wird er mithilfe einer Schüssel gewaschen. Derzeit muss sie wochentags auch den Transport ihres Sohnes in die Schule selbst bewältigen.

SPENDEN FÜRFamilie Krauß können Sie auch direkt überweisen auf folgendes Konto: Verein "Leser helfen", IBAN: DE47 8709 6214 0224 4224 40, Stichwort Familie Krauß oder unter:www.freiepresse.de/leserhelfen

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