Sportstätten: Ein Dorf plant den Aufstieg

Das Sechs-Millionen- Euro-Projekt Schulcampus mit Laufbahn, Sporthalle, Kunstrasenplatz und Kleinspielfeld ist in aller Munde - doch das ehrgeizige Vorhaben ist nur ein Teil in Jahnsdorf. Der Ort will generell schneller, höher, weiter. Doch warum?

Jahnsdorf.

Volleyball, Turnen, Kegeln, Fußball, Modellsport, Billard, Reiten, Bogenschießen, Angeln, Motorfliegen. Knapp 1000 Menschen sind in Jahnsdorf sportlich in zwölf verschiedenen Vereinen Mitglied - fast jeder fünfte Bürger. Das steht auf der Habenseite. Doch das Soll sagt: Jahnsdorf muss sich rasch strecken, um den Bedarf weiter decken zu können. "Wir haben es mal ausgerechnet: 3724 Stunden nutzen Vereine und Sportgruppen im Jahr allein unsere Sporthallen. Es gibt ein Defizit bei den Nutzungszeiten", sagt Bürgermeister Albrecht Spindler. Und: Die Schulen gehen in die vorhandenen Sporthallen nahezu täglich. Zudem werden Sporthallen durch die Schulen für Arbeitsgemeinschaften, Ganztagesangebote und Veranstaltungen genutzt.

Er hat dem Gemeinderat nun ein dickes Sportstättenkonzept vorgelegt - schließlich gehören Sportangebote für Schüler und Vereine zur Daseinsvorsorge einer Kommune. In dem Konzept, welches auch Voraussetzung für Anträge auf Fördergelder ist, werden bis zum Jahr 2025 die wichtigsten Eckpunkte festgelegt - ergänzend zum Campus am Evangelischen Schulzentrum Leukersdorf, wo für sechs Millionen Euro neue Sportfläche gebaut oder bestehende auf Vordermann gebracht werden sollen.

Als Basis seiner Analyse nimmt Jahnsdorf die Vorgaben nach dem sogenannten "Goldenen Plan Ost" (GPO) des Deutschen Sportbundes. Darin sollten Gemeinden bis 30.000Einwohner Freiflächen wie etwa Sportplätze von 3,80, Sporthallenflächen von 0,32 Quadratmeter je Einwohner anbieten. Gerade bei letzterem hinkt Jahnsdorf hinterher: Bezogen auf die fast 5600Einwohner müsste der Ort doppelt so viel anbieten wie derzeit. Doch die drei Sporthallen im Ort bieten nur 730 Quadratmeter Nutzfläche - und alle drei sind in keinem optimalen Zustand. Die alte und sehr kleine Wellblechhalle in Leukersdorf kann sogar nur noch abgerissen werden. Doch mit dem Neubau der großen Sporthalle am Campus soll die Situation spürbar verbessert werden: Jahnsdorf würde dann die Vorgaben des Sportbundes erfüllen. Auch, weil die Sporthalle Am Mahlteich erhalten wird. Diese deckt den Bedarf für einige Vereine im Ort Jahnsdorf ab. Perspektivisch müssen hier Hallenboden, Prallschutz und Sanitäreinrichtungen saniert werden.

Doch wie sieht es bei anderen Vorgaben aus? Der Sportbund empfiehlt etwa eine Freibadfläche von 0,1 Quadratmeter je Einwohner einer Kommune. Jahnsdorf müsste also 560 Quadratmeter liefern, das Freibad aber hat sogar fast 700. Auch bei den Sportfreiflächen, wie Fußballplätzen, Reitflächen oder Bogenschießwiesen steht Jahnsdorf zwar gut da. Trotzdem sieht Bürgermeister Spindler auch hier noch Handlungsbedarf. "Wegen der Lage, der Struktur und der Größe der Ortsteile - weil alles bei uns sehr weit auseinander liegt." Jahnsdorf sei kein normal strukturierter Ort, es gibt sehr weite Wege. Das stimmt: Thalheim als Stadt mit etwa 1000 Einwohnern mehr ist gerade mal elf Quadratkilometer groß, Jahnsdorf kommt aber auf das 2,6-Fache.

Ein anderes wichtiges Projekt: Die Gemeinde Jahnsdorf verfügt über ein großes Netz an Wanderwegen, welches für Einwohner und Besucher vielfältige Möglichkeiten zur Bewegung und Erholung bietet. Aktuell wird das Projekt "Modernes Wandern auf den Spuren der Vergangenheit" umgesetzt. Teil des Konzeptes ist der Ausbau der Wanderwege im Gemeindegebiet und die Schaffung von genügend Rast- und Aussichtspunkten.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...