Spritztour unter Drogen führt zur Anklagebank

Verfolgungsjagd mit der Polizei bringt Angeklagten hinter Gitter

Hohenstein-Ernstthal/Lugau.

Die Verfolgungsjagd hätte auch im "Tatort" spielen können. Der Peugeot, der am 14. Juli 2016 kurz vor Mitternacht in eigenwilligem Fahrstil über die Hofer Straße in Oberlungwitz eiert, kommt den Polizeibeamten verdächtig vor. Sie beschließen, den Fahrer zu kontrollieren. Doch der denkt gar nicht daran, auf die mehrmaligen Anhaltezeichen der Streife zu reagieren und flieht. Aus gutem Grund. Was die Beamten vom Fahrer bis dahin nicht wissen: Drogen im Blut, gefälschtes Kennzeichen, kein Führerschein.

Auf der Chemnitzer Straße in Lugau gelingt es den Beamten, ihr Auto auf gleiche Höhe mit dem Fluchtauto zu bringen. Die Kollision der Fahrzeuge verursacht allein am Polizeiauto 7000Euro Schaden. Der Mann versucht, zu Fuß zu fliehen. Den Dauerlauf gegen einen der Beamten verliert er. Ein nächtlicher Drogentest ergibt eine erhebliche Wirkstoffkonzentration im Blut. "450 Nanogramm sind eine Menge Holz", sagte Richter Manfred Weber.

Zum Tatzeitpunkt hatte der Angeklagte keinen festen Wohnsitz. Inzwischen schon - hinter Gittern. Seit März sitzt er eine Haftstrafe ab. Voriges Jahr hat er die Anklagebank in mehreren Städten gedrückt. Besonders viel Arbeit bereitete er der Justiz in Leipzig. Diebstahl, Betrug, fahrlässige Trunkenheit im Verkehr, Urkundenfälschung, Hehlerei, fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs, Fahren ohne Fahrerlaubnis, allein 21Fälle des Kennzeichenmissbrauchs. Das Gericht in Leipzig brummte ihm im August 2017 18Monate Gefängnis auf, ein Gericht in Eilenburg sorgte für einen Nachschlag von einem Jahr. Die zweieinhalb Jahre muss er nun voll absitzen. Für Richter Manfred Weber der Grund, das aktuelle Verfahren einzustellen: "Die zu erwartende Strafe würde nicht mehr nennenswert ins Gewicht fallen." Außerdem muss der Angeklagte ohnehin mindestens drei Viertel der Strafe absitzen, wenn ihm der Rest für eine Langzeittherapie zur Bewährung ausgesetzt werden soll.

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