Stadt schreibt sich fairen Handel auf die Fahnen

Eibenstock strebt den Titel Fairtrade-Town an. Damit wäre sie die erste Kommune im Landkreis, die diesen Titel trägt. Aber auch in Lugau ist das Thema noch nicht vom Tisch.

Eibenstock/Lugau.

In Eibenstock gibt es seit vielen Jahren einen Eine-Welt-Laden. In diesem werden bereits Waren aus fairem Handel verkauft. Dieser garantiert höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Produzenten von Kaffee, Kakao oder Textilien. Doch jetzt will die Stadt mehr, sie will eine Fairtrade Town, also eine Stadt des fairen Handels sein. Der Gedanke stammt von Birgit Mädler, die Mitglied im Verein "Eine-Welt-Laden" ist und darüber hinaus als "Eine-Welt-Promotorin" tätig ist. Beim Bürgermeister der Stadt, Uwe Staab (CDU), und der Vorsitzenden des Tourismus- und Gewerbevereins Eibenstock, Silke Dickescheid, ist sie mit dem Vorhaben auf offene Ohren gestoßen.

Birgit Mädler weiß, dass in Eibenstock bereits erste Schritte in Richtung gerechteren Welthandels gegangen wurde. "Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Kirche beziehen für Geschenke faire Produkte, zum Beispiel Tee", sagt die 58-Jährige. Nun hofft sie, dass sich weitere Akteure in Eibenstock und seinen Ortsteilen finden. Denn Bedingung dafür, den Namen Fairtrade Town tragen zu dürfen, ist es, dass sich mindestens vier Läden und zwei gastronomische Einrichtungen daran beteiligen. Birgit Mädler weiß, dass es bei Penny und Simmel in Eibenstock fair gehandelte Produkte gibt. Weitere Beispiele seien der Eine-Welt-Laden und das Kunsthaus in Eibenstock. Es komme aber auch darauf an, bei den Bürgern der Stadt ein Bewusstsein für den fairen Handel zu entwickeln.

Auch in Lugau war dieses Ansinnen vor einigen Jahren Thema. Seither ist es nach außen allerdings still geworden um den Fairtrade-Titel. "Das Thema ist nicht vom Tisch", sagt Bürgermeister Thomas Weikert (Linke), der das Thema 2016 im Rat thematisiert hatte. Er stehe immer noch mit den Fairtrade-Organisationen im Kontakt und bekomme auch wichtige und gute Tipps. "Außerdem serviere ich für Besucher gern Fairtrade Kaffee und bei kleineren Anschaffungen achten wir auch darauf", erklärt er. "Im Großen würde ich Fairtrade aber schon gerne noch einmal angehen, vielleicht schon in diesem Jahr." Der Stadtrat von Lugau hatte sich 2016 gegen den Kampf um den Titel Fairtrade-Town entschieden, weil er sich nicht ausreichend informiert gefühlt hatte. Darum hatte es im Jahr darauf eine Informationsveranstaltung mit mehreren Referenten zum Thema gegeben. In der Diskussion gab es vor allem ein Gegenargument: Man sollte zunächst heimische Hersteller unterstützen. Dennoch gab es im Rat und auch in der Bevölkerung positive Reaktionen, weshalb Weikert schon damals ankündigte, das Thema nicht gänzlich zu den Akten zu legen.

Weltweit gibt es 2200 Fairtrade-Towns, in Deutschland 700 und in Sachsen fünf: Chemnitz, Dresden, Leipzig, Freiberg und Markranstädt. Im Erzgebirge wäre Eibenstock also Vorreiter.

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