Stadt Stollberg hat die meisten Flutschäden beseitigt

Einer der großen Brocken ist der Heilige Teich: Das Areal ist ein historisches Kleinod - das Hochwasser 2013 aber hat es nachhaltig geschädigt. Fast zwei Millionen Euro soll die Reparatur kosten. Aber was ist genau kaputt?

Stollberg.

Die Stadt Stollberg hat mittlerweile 28 von 32 Maßnahmen zur Beseitigung der Hochwasserschäden aus dem Jahr 2013 abgearbeitet, erläutert Rathaus-Sprecherin Kersti Kägebein auf Anfrage von "Freie Presse". "4,8 Millionen Euro - von vorgesehenen 8,1 Millionen Euro - sind ausgegeben", sagte Kägebein.

Ein großer Brocken wird nun der Heilige Teich sein. Das bei Wanderern so beliebte Kleinod aus dem 17. Jahrhundert - einst angelegt, um die fünf Mühlen der Stadt zu betreiben - ist abgewirtschaftet. "Die Summe der Beschädigungen macht einen gesicherten Betrieb der Anlage nicht möglich", so Kägebein. Die Stauanlage sei durch das Hochwasser 2013 nachhaltig beeinträchtigt und müsse entsprechend ertüchtigt werden.

Doch was ist alles kaputt? Im Einzelnen sind dies Durchsickerungen im Dammfußbereich, eine zugesetzte Grundablassleitung, Ausspülungen an der Hochwasserentlastungsanlage und den Umlaufgräben sowie Verschlammung des Stauraumes und der Bachläufe oberhalb der Anlage. Während des jüngsten Hochwasserereignisses war die Anlage ein Beobachtungsschwerpunkt, da sich die Durchsickerungen am Dammfuß verstärkten. Aus diesem Grund hat die Untere Wasserbehörde nunmehr eine umfassende Instandsetzung gefordert. Der Freistaat fördert die umfassenden Reparaturen mit 100 Prozent - nach jetzigen Berechnungen werden das maximal knapp 1,96 Millionen Euro sein. Der Bewilligungszeitraum wurde aufgrund der noch ausstehenden Planungen verlängert und endet am 30. Oktober 2020. Einen Zuwendungsbescheid hat die Stadt bereits.

Laut Schadensbild ergeben sich folgende Maßnahmen: Zum einen Abstau und Entschlammung sowie Erneuerung der Grundablassleitung und der Hochwasserentlastungsanlage. Auch soll ein Sickerprisma angeordnet und eine neue Abdichtung eingebaut werden - die Umlaufgräben werden instand gesetzt und es erfolgt die Wiederherstellung von Betriebswegen zur Anlagenbewirtschaftung.

Kersti Kägebein: "Zur Genehmigungsfähigkeit werden zusätzlich zur Objektplanung, Tragwerksplanung der Ingenieurbauwerke und örtlichen Bauüberwachung weiterführende Untersuchungen notwendig sein." Dabei handelt es sich um die Erweiterung der Vermessungsunterlagen, die Erstellung eines hydrologischen Gutachtens zur Ermittlung der Zuflusswassermengen sowie eines Baugrundgutachtens zur Ermittlung der Sickerlinie im Damm. Auch die Aufstellung eines landschaftspflegerischen Begleitplanes sei dringend nötig.

Die Investitionen könnten auch einem anderen Projekt helfen. Denn die gewünschte Fußgängerampel über den Autobahnzubringer bei Brünlos lässt weiter auf sich warten. Laut Zwönitzer Bürgermeister Wolfgang Triebert wird das Vorhaben frühestens 2019 umgesetzt werden können. "Wir haben alles eingereicht und es sind auch keine Forderungen für weitere Zuarbeiten bei uns eingegangen", sagt Triebert. Er hofft nun, dass das Ausbauprojekt der Stadt Stollberg am Heiligen Teich, das eigene Projekt befeuern könnte. "Wenn dort Radwege entstehen, könnte das für uns gut sein", glaubt er. Ein straßenbegleitender Weg würde nach seiner Einschätzung die Chance auf einen Übergang erhöhen. (mit bjost)


Zwei weitere Projekte für die Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013

Weideweg Beutha: Rohrquerung und Gewässerprofil wurden beschädigt - im Bereich Am Weideweg/Firstenweg gibt es Schäden an der Straße und bei privaten Anliegern. Die Maßnahme wird mit maximal 187.000 Euro gefördert. Diese Arbeiten sind von Mitte September bis Ende 2018 vorgesehen: Der Kreuzungsbereich Am Weide-/Firstenweg wird durch einen neuen Straßendurchlass gequert. Dann wird das Grabenprofil wieder offengelegt und neu errichtet. Im Bereich von Schadstellen ist eine Erneuerung beziehungsweise Wiederherstellung der Sohlensicherung - ein Steinsatz aus Wasserbausteinen auf einem kornstabilen Filterunterbau - vorgesehen.

Siedlerstraße: Dort sind Grundstücke betroffen. Es gibt erhebliche Schäden im Bachlauf und an den verrohrten Abschnitten - die Betonrohre haben etliche Risse und Versätze. Die Schadensbeseitigung wird mit maximal 899.000 Euro gefördert. Problem: Wegen aktueller Marktpreise wird alles um etwa 80.000 Euro teurer, so die Stadt. Diese Arbeiten werden von Mitte September 2018 bis Ende 2019 ausgeführt: Die verrohrten Bereiche werden mit größerer Dimensionierung komplett in die öffentliche Siedlerstraße verlegt. Teils werden Bachabschnitte offengelegt. Es wird oberhalb der Bebauung ein neuer Einlaufbereich mit Geröllfang errichtet. Im Bereich der B169 wird auf 150 Metern eine breite Verrohrung erneuert - so will es die Obere Wasserbehörde. Im Bereich von Schadstellen wird die Sohle erneuert - auch hier mit einem Steinsatz aus Wasserbausteinen auf kornstabilem Filterunterbau. (joe)

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