Stadt versichert: Jedes Kind erhält Hortplatz

An der Neuwürschnitzer Grundschule fehlten Plätze für die Betreuung am Nachmittag. Verwaltung und Träger haben aber eine Lösung gefunden.

Oelsnitz.

Antje Lohse, die im Oelsnitzer Rathaus den Fachbereich Hauptverwaltung/Finanzen leitet, legt sich mit Blick auf die Schule des Friedens in Neuwürschnitz fest: "Jeder, der wollte, hat einen Hortplatz bekommen." Auch wenn das nun bedeutet, dass einige Kinder nach dem Unterricht in die 600 Meter entfernte Kindertagesstätte "Naseweis" laufen müssen. Das ist die Lösung, die seit Start des Schuljahres existiert, nachdem es mehr Anmeldungen für den Hort in Neuwürschnitz gab, als Plätze zur Verfügung stehen. Die Kapazität in den Räumen im Schulgebäude liegt bei 180.

"Die Stadt hat drei Schulweghelfer eingestellt, die die Kinder zur Kita begleiten", sagt Antje Lohse. Für diese Lösung dürfte auch geholfen haben, dass Hort und Kita den gleichen Träger haben: die Arbeiterwohlfahrt Chemnitz und Umgebung. Die Kinder, die ihre Hortzeit nun in der Kita verbringen, gehen in die erste Klasse. "Weil sie die Kita noch kennen", sagt Lohse. Sie sieht einen weiteren Vorteil: "Der Hort in der Schule war zum Teil doppelt belegt." Es sei also vorgekommen, dass der Hort Klassenzimmer nutzte. Auch gab es Überschneidungen, wenn in dem einen Raum schon die Hortkinder betreut wurden, während nebenan noch Unterricht lief. "Das entspannt sich nun ein Stück weit", so Lohse. Zudem war laut Jürgen Tautz, dem Geschäftsführer der AWO, die Kita Naseweis ohnehin nicht ganz ausgelastet, sodass dort separate Räume für die Hortkinder geschaffen werden konnten. Neben zusätzlicher Ausstattung musste lediglich im Sanitärbereich bei den Trennwänden zwischen den Toiletten nachgebessert werden.

"Für den Weg von Schule zur Kita hatten wir versucht, den Weg an der Hauptstraße zu vermeiden", sagt Jürgen Tautz. Aber weil hinten entlang der Weg nicht gänzlich über öffentlich gewidmete Straßen verlaufen wäre, wurde dies nicht genehmigt. Jürgen Tautz hält es trotzdem für die beste Lösung. "Der Hort an der Grundschule I ist am anderen Ende der Stadt. Dorthin wäre ein Bustransfer nötig geworden."

Kritiken von Eltern, dass erst spät feststand, wie die Überbelegung gelöst wird, kann Jürgen Tautz nicht nachvollziehen: "Im Mai, Juni war klar, dass es so wird." Niemand habe um einen Hortplatz bangen müssen. Auch Antje Lohse wirbt um Verständnis: "Manche Eltern springen doch noch kurzfristig ab. Verbindliche Zahlen stehen daher immer erst relativ spät im Jahr fest. Wir sind froh, dass wir das Ganze in so kurzer Zeit klären konnten." Im Oelsnitzer Rathaus geht man ohnehin von einer Übergangslösung aus. "Vielleicht mal drei, vier Jahre. Es sind geburtenstarke Jahrgänge", sagt der Beigeordnete Jens Barnickel.

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