Stadt will Kinder zu Vereinen fahren

Das Rathaus Stollberg hat den Vereinen in der Kommune für ihre ehrenamtliche Arbeit gedankt - bei einer Festveranstaltung im Bürgergarten. Doch was sagen die Geehrten selbst?

Stollberg.

Von den 80 Vereinen aus Kultur, Sport, Tradition, Garten oder Tierzucht in Stollberg haben 60 die Einladung der Stadtverwaltung in den Bürgergarten angenommen. Neben der Wertschätzung der Arbeit ging es auch um Kommunikation und Erfahrungsaustausch untereinander. Neben viel Dank an die "Kümmerer" in den Vereinen sprach Oberbürgermeister Marcel Schmidt ein konkretes Vorhaben an. "Wir wollen die Vereine mit Transportmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche unterstützen. Für das Projekt ist aber eine Mitfinanzierung durch die Eltern erforderlich", so Schmidt. "Dankbar sind wir auch für Ideen, wie die Stadt mit relativ wenig finanziellem und organisatorischem Aufwand den Vereinen entgegenkommen kann."

Doch was sagen die Vereine selbst? Hier eine kleine Auswahl:


Feuerwehrverein Beutha: Gründung war im September 2000, es gibt 56 Vereinsmitglieder im Alter von 19 bis 80 Jahren. Der Feuerwehrverein Beutha besteht neben der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Die Mitgliedschaft ist unabhängig vom Mitwirken in der Wehr. "Wir unterstützen die Kameraden und sind für örtliche Veranstaltungen zuständig. Dazu gehört die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung ganz unterschiedlicher Festivitäten", so Erna Hohenhausen, seit zehn Jahren Kassenwartin. Hexenfeuer, Wintergaudi, Dorffest, Zuckertüten für ABC-Schützen, Treff am Männertag - die Aktivitäten sind bis über die Grenzen von Beutha hinaus bekannt. "Da dem Verein als Vermögen ein Bauerngut gehört, sind wir zum Glück unabhängig vom Wetter", so die Beuthaerin.

Förderverein Carl-von-Bach Gymnasium: Gegründet im April 1993 zum 90-jährigen Schuljubiläum, er hat 180 Mitglieder. Der Verein setzt sich für die Förderung und Unterstützung der Gymnasiasten, ergänzend zu regulärem Unterricht und Schulalltag ein. So fördert der Verein aus Mitgliedsbeiträgen und Spendengeldern besondere Begabungen, konkrete Projekte, den internationalen Schüleraustausch. Es werden kulturelle Veranstaltungen ermöglicht, soziale Härtefälle finanziell unterstützt. "Wir zeichnen auch am Schuljahresabschluss die Jahrgangsbesten und Schüler mit besonderem sozialen Engagement aus. Und jeder Schüler der 5. Klasse bekommt von uns als Willkommensgeschenk ein Liederbuch für den Musikunterricht", so Bianca Vogel. Die ehemalige Schülerin des Gymnasiums gehört zum zehnköpfigen Vorstand. "Ich freue mich über zahlreiche derzeitige und ehemalige Lehrer und Schüler, die sich durch ihre Mitgliedschaft mit dem Gymnasium verbunden fühlen. Leider hat die Elternschaft wenig Interesse, unsere Arbeit zu unterstützen."

Siedlerverein "Am Eichenbusch": 1920 war die Gründung, er zählt derzeit 70 Mitglieder. Der Verein wurde gleichzeitig mit der Siedlung Eichenbusch, einem Projekt für kinderreiche Familien, gegründet. "Der Bau erfolgte auf freiem Feld ohne Wasser und Strom. In Etappen wurde die Siedlung erweitert", so Vorstandsmitglied Mario Hübsch. Als Mitglied im Landesverband für Wohneigentum Sachsen kümmert sich der Verein um Anliegen, die die Hauseigentümer in der Siedlung betreffen: etwa schlechte Wegezustände, Baumpflege, Preisvorteile durch Sammelbestellungen. Auch regelmäßige Veranstaltungen gehören zum Aufgabenbereich.

Badmintonclub Stollberg/Niederdorf: Die Gründung war 2006 als Fusion Mitteldorf-Niederdorf. Mitglieder: 120. Der Badmintonclub ermöglicht ein regelmäßiges Training für drei Erwachsenenmannschaften und eine Schülermannschaft, aber auch für Freizeitsportler. "In der Dreifeldhalle in Stollberg haben wir gute Bedingungen für ein hohes Niveau", so Jürgen Schlötke. Der Vorsitzende des Badmintonclubs und stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Mitteldorf war 40 Jahre im Sport aktiv und hat 30 Jahre lang Kinder trainiert. Ab dem 2. Halbjahr in der ersten Klasse können Kinder bei einem der zehn Übungsleiter mit dem Training beginnen. "Die Nachwuchsarbeit hängt sehr vom Fußball ab. Spielt die deutsche Nationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften vorne mit, melden sich die Jungs beim Fußball an. Sind die Spieler früh raus, profitieren wir davon", so Jürgen Schlötke.

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