Stadtchronist sucht nach bestem Konzept

Eigentlich ist die Allgemeinmedizin sein Metier. Jetzt ist Patrick Bochmann auch der Mann, der die Lichtensteiner Stadtgeschichte schreibt.

Lichtenstein.

Wenn Patrick Bochmann beginnt, über das Thema Geschichte zu sprechen, merkt man schnell, dass er dafür brennt. Der 39-jährige Lichtensteiner, der als Allgemeinmediziner in seiner Heimatstadt arbeitet, kümmert sich künftig auch als Stadtchronist um die Aufarbeitung und Pflege des historischen Erbes.

Durch seine Berufung macht er nun all das ein Stück weit offiziell, was ohnehin schon sein Hobby ist. "Ich beschäftige mich wöchentlich etwa zehn Stunden mit der Ortsgeschichte. Da kommt es ganz einfach auf gutes Zeitmanagement an", sagt Bochmann, der schon an anderer Stelle Verantwortung übernommen hat. Seit rund zwei Jahren ist er Vorsitzender des Vereins für Geschichte der Stadt Lichtenstein, auch im Freundeskreis des Stadtmuseums arbeitet er mit.

In beiden Vereinen gibt es Menschen, die in Sachen Geschichte hobbymäßig forschen und bei der Aufarbeitung historischen Materials einbringen. "Wichtig ist mir, dass wir das alles zusammenbringen. Es kommt auf gutes Miteinander an", betont Bochmann, der darin einen Weg sieht, wie mithilfe der Lichtensteiner Stadtgeschichte die gemeinsame Identität gefördert wird. Historische Publikationen sollen genau wie bisher entstehen, auch bei Veranstaltungen und im Hinblick auf das Stadtmarketing will sich der Stadtchronist zusammen mit anderen Enthusiasten einbringen.

In der jüngsten Stadtratssitzung stellte er sich vor und rief die Räte auf, dass sie doch Wünsche hinsichtlich der Zusammenarbeit äußern mögen. Denn ein genaues Konzept für seine Arbeit gibt es noch nicht. Die Ideen sind dafür zahlreich. Unter anderem sind für Bochmann auch regelmäßige Sprechstunden des Stadtchronisten vorstellbar, was derzeit sogar ganz praktisch machbar wäre. Denn er sichert regelmäßig die sonntäglichen Öffnungszeiten des Stadtmuseums ab. Dort wäre auch Zeit für Gespräche.

Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte, unter anderem im Amtsblatt, dürften ihm nicht schwer fallen. "Ich arbeite ja derzeit schon an verschiedenen Themen", sagt der Allgemeinmediziner, der sich beispielsweise schon seit längerem mit der Geschichte des Gesundheitswesens in Lichtenstein beschäftigt. Kommende Woche nutzt er seinen Urlaub, um in Archiven zu forschen. Mit Blick auf die Sächsische Landesausstellung zur Industriekultur im kommenden Jahr erforscht er auch die Industriegeschichte der Stadt.

Eine Reihe weiterer Projekte, unter anderem zum 100. Jubiläum der Vereinigung von Lichtenstein und Callnberg im Jahr 1920 oder zum 30. Geburtstag des Geschichtsvereins, hat er ebenfalls auf seinem Schreibtisch. Jahresberichte über die Geschehnisse in Lichtenstein will er ebenfalls verfassen, eine neue Stadtchronik sei dagegen eher eine Generationenaufgabe.

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