Stollberg bekommt einen Mobilitätsmanager

In diesem Jahr wird ein innovatives und nachhaltiges Konzept für die Mobilität der Zukunft erarbeitet. Das ist nur der Anfang.

Stollberg.

Die Große Kreisstadt kann ihrem Mobilitätskonzept nun richtig Rückenwind verschaffen. Seit diesem Monat kann ein Mobilitätsmanager für ein Jahr neu eingestellt werden. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt es dafür eine Förderung von rund 100.000 Euro. "Er wird die Möglichkeiten zur besseren Anbindung der Ortsteile und der Gemeinde Niederdorf an die Stadt Stollberg sowie an das bestehende ÖPNV-Angebot prüfen", sagt Anja Baumann, zuständige Mitarbeiterin im Bauamt. Diese Prüfung solle in Abstimmung mit den Verkehrsträgern des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und den Interessenvertretern der Ortsteile geschehen.

Bundesweit werden mit dem Wettbewerb "Mobilitäts-Werk-Stadt 2025" rund 50 kommunale Projekte unterstützt. Dabei sollen relevante Akteure aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Forschung eingebunden werden, um lokal angepasste Lösungen für die Mobilität der Zukunft zu erarbeiten. Das Stollberger Projekt trägt den Namen "Stollberg macht mobil - nachhaltig in die Zukunft". "Im Fokus steht die Entwicklung eines innovativen und nachhaltigen Mobilitätskonzept für die Verwaltungsgemeinschaft Stollberg/Niederdorf", erläutert Baumann. Dazu seien verschiedene Förderinhalte für alle Ortsteile und Niederdorf beantragt worden: flexible Stadtbuslinie, Paketabholstationen, Ausleihe von E-Fahrrädern, Ladestationen und e-Carsharing (gemeinsame Nutzung von E-Autos).

In der Stadt sind zudem schon einige weitere Ideen entwickelt worden. Beispielsweise ist seit Frühjahr ein Verkehrskonzept für die Innenstadt in Arbeit. Mit der Entwicklung des Simmel-Areals habe sich einiges im Zentrum verändert, erklärte Oberbürgermeister Marcel Schmidt im März. Daher müsse über die Verkehrsbeziehungen neu nachgedacht werden. Im Fokus: eine Reduzierung des Autoverkehrs im Zentrum und eine Anbindung des Simmel-Areals an die Herrenstraße. Zudem solle es attraktiver werden, Wege auch mit dem Fahrrad zurückzulegen. Dazu könnten einzelne Straßen für Fahrräder priorisiert werden.

Zunächst hat Stollberg beim Bundeswettbewerb den Zuschlag für eine erste Phase erhalten. "Das heißt erst einmal: Bestehendes herausarbeiten, Schwachstellen ausfindig machen und die Wünsche der Bürger berücksichtigen", erläutert Baumann die ersten Arbeitsschritte. Ziel sei es, ein Konzept zu erarbeiten, das mit allen Akteuren abgestimmte Umsetzungsvarianten aufzeigt. Dieses Papier ist zudem die Grundlage für die zweite Phase des Wettbewerbs, für die sich die Kommunen bewerben können. Die zweite Stufe ist auf drei Jahre angelegt und versteht sich als Erprobungsphase. "Das Projekt wird von der TU Chemnitz wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse werden für alle offen zur Verfügung stehen", sagt Baumann.

Die Verantwortlichen im Rathaus versprechen sich von den Aktivitäten eine Steigerung der Attraktivität der Ortsteile. "Die Menschen sollen sich nicht abgehängt fühlen und auch im Alter noch in den Ortsteilen wohnen können und wollen", erläutert Baumann die erwünschten Effekte. Insbesondere erhoffe sich die Stadt auch für Kinder und Jugendliche eine unkomplizierte Anbindung an Schule und Vereine.

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