Stollberger Tafel muss mit weniger Helfern auskommen

Mit dem Umzug nach Lugau hat sich für den Verein nicht nur ein Standortproblem gelöst, er hat jetzt auch großzügige und praktische Räume zur Verfügung. Aber es gibt neue Sorgen.

Lugau/Thalheim.

Aus den einst 32ehrenamtlichen Tafelmitarbeitern sind altersbedingt 23 geworden. Drei von ihnen sind zudem "Helfer auf Zeit", es handelt sich um Bundesfreiwilligendienstler, sogenannte Bufdis. "Das macht uns große Sorgen", sagt die langjährige Chefin des Stollberger Tafelvereins, Annerose Aurich. Besonders problematisch sei, dass es an Fahrern fehlt. "Die benötigen wir dringend", bestätigt Siegmund Bohr. Der 65-Jährige ist seit dem Frühjahr im Verein aktiv und zuständig für den aus vier Fahrzeugen bestehenden Fuhrpark. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung wurde er zudem als Aurichs Stellvertreter bestätigt.

In Lugau sind knapp 60 Bedarfsgemeinschaften Kunden der Tafel, in Thalheim kommen regelmäßig rund 30 in die Ausgabestelle. Wobei zu einer Bedarfsgemeinschaft meist mehrere Personen zählen. Zwar sei der Prozentsatz klein, aber in Lugau gehören zunehmend auch ausländische Mitbürger zu den Kunden, das heißt, es handelt sich oft um Großfamilien, erklärt Aurich. Während die Anzahl der Tafelkunden in Thalheim relativ konstant ist, ging sie in Lugau nach dem Umzug von Neuwürschnitz Mitte 2017 geringfügig zurück, sagt sie. Ob das mit der weniger zentralen Lage zusammenhänge, wisse sie nicht. Man gehe aber davon aus, dass es mehr Bedürftige gibt, als sie sich bei der Tafel melden.

Weil das auch mit Hemmungen zu tun haben könnte, bitten Aurich und Bohr hilfsbedürftige Langzeitarbeitslose, aber auch Rentner, sich in einem persönlichen Gespräch zu informieren. Denn gern will man noch mehr Menschen helfen. Schließlich sei die Belieferung mit Waren durch Märkte der Region sehr gut. Rund 160Tonnen Lebensmittel schlage der Verein im Jahr um, sagt Aurich. Rund 40.000 Kilometer legen die Fahrer, für die man dringend Verstärkung - beispielsweise durch arbeitslose junge Männer oder rüstige Rentner - benötige, dabei zurück. Dazu gehören nicht nur die Abholung der Waren und der Transport zu den Ausgabestellen, sondern auch Fahrten zu den vier Schulen, an denen der Verein ein Schülerfrühstück anbietet: an den Oberschulen in Lugau, Oelsnitz und Stollberg sowie am Förderschulzentrum in Oelsnitz. Hier wird an bis zu 120 Schüler für jeweils 60Cent ein abwechslungsreiches, gesundes Frühstück ausgegeben. So können für die Fahrer durchaus an einem Vormittag sechs Stunden zusammenkommen, sagt Bohr.

Er selbst ist im Verein aktiv, weil er auch im Ruhestand weiter gefordert werden will, erklärt er. Nur daheim herumsitzen, das funktioniere nicht. Auch für Aurich ist das Ehrenamt nicht nur für jene wichtig, denen sie hilft, es ist auch für sie selbst von großer Bedeutung, sagt die 69-Jährige. "Ich brauche den Kontakt, muss mit Leuten zusammenkommen." Beide betonen, dass die Arbeit der Tafel nicht nur mit den Ehrenamtlern steht und fällt, sondern auch mit der finanziellen Unterstützung, die ihnen durch einige Kommunen, viele Unternehmen und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zugute komme. Denn auf den Verein kämen auch zahlreiche Ausgaben zu - von der Miete, über Spritkosten bis hin zu Versicherungen.

Ausgabetag in Lugau, Hohensteiner Straße12, ist mittwochs und freitags, 14 bis 15.30Uhr und in Thalheim, Stadtbadstraße 12, montags, 14 bis 15 Uhr. Kontakt: Ruf 037295 547400 oder per E-Mail an stollberger-Tafeln@t-online.de.www.tafel-stollberg.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...