"Stolln un Fisch" kommt nochmals auf den Tisch

Mitte der 1990er-Jahre hatten die Musiker von Dr. Lob mit Liedern in erzgebirgischer Mundart kurze Zeit beachtete Auftritte. Seit Samstag sind fünf Titel erneut zu hören - sie klingen erstaunlich frisch.

Hamburg/Gelenau.

Vor rund 25 Jahren hatten sie in den zwei, drei Jahren ihres kurzen Band-Lebens sogar zwei Auftritte im MDR-Fernsehen. Reichlich ein Dutzend Titel in verschiedenen Musikstilen mit Texten in Obererzgebirgisch - das waren die sechs Musiker von Dr. Lob. Fünf Titel können seit Samstag auf den Musik-Portalen und Streaming-Plattformen im Internet abgerufen werden.

Studenten aus dem Erzgebirge, dem Vogtland und Sachsen-Anhalt, die sich an der Hochschule für Musik in Weimar kennengelernt hatten, füllten mit ihrem Mundart-Rock eine Lücke, in der später die Randfichten weitaus größere Popularität erlangen sollten. Möglicherweise hätte auch Dr. Lob eine solche Karriere starten können. "Es gab sogar ein Angebot des Plattenproduzenten Polydor, unsere Musik zu verlegen, aber wir haben das zeitlich nicht hinbekommen", erinnert sich der Gelenauer Hendrik Seibt, Frontmann und Sänger der Band, heute Musiklehrer und Künstler.

"1994 hatten wir begonnen, und 1997 war es auch schon wieder vorbei. Das war schade, aber nach dem Studium sind wir in alle Himmelsrichtungen zerstreut worden", bedauert auch Thomas Steinlein, der in Karl-Marx-Stadt aufgewachsen und seit 24 Jahren in Hamburg im christlichen Rock-Pop-Bereich zuhause ist. "Andreas Gemeinhardt und ich verwalten das Erbe von Dr. Lob. Wir wollen die heutigen technischen Möglichkeiten im Internet nutzen, einige Lieder erneut der Öffentlichkeit zugänglich zu machen."

Der 52-Jährige hat mit seinem Hamburger Produzenten fünf aus seiner Feder stammende Titel - den "Anton-Günther-Rap", das rockige "Heit gih ich durchs Arzgebirge", die Ballade "Uhne Worde", "De Barg' ding nunner" sowie "Stolln un Fisch" - neu bearbeitet. Das Ulk-Stück "Stolln un Fisch" gibt es sogar noch in einer Club- und einer extralangen Version.

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