Straßen, Flut, Schule: Thalheim investiert 5,9 Millionen Euro

Bürgermeister Nico Dittmann schätzt die finanzielle Lage der Stadt leicht positiv ein - vor allem bei Schuldenabbau und Gewerbesteuer. Doch hat die Stadt schon einen neuen Kämmerer?

Thalheim.

Fast 5,9 Millionen Euro will die Stadt Thalheim dieses Jahr investieren. Das geht aus dem aktuellen Haushaltsplan hervor, den der Stadtrat jüngst genehmigt hat. Ein Fokus des Zahlenwerkes liegt auf der Fortführung des Straßenbaus. Allein die Projekte Lessing-, Schul-, Innere Berg- und Bergstraße sind mit fast zwei Millionen Euro veranschlagt. Ein weiterer großer finanzieller Kraftakt wird auch dieses Jahr der Brandschutz-Umbau der Oberschule für fast eine Million Euro sein. In die Hochwasserschadensbeseitigung 2013 - diese Maßnahmen müssen spätestens 2020 beendet sein - und das Flutschutzkonzept fließen nochmals 800.000 Euro.

"Die Höhe der Investitionen ist gut. Wir bauen nahezu an jedem öffentlichen Gebäude, am Fluss sowie den Nebenflüssen, in den Schulen, an Straßen und Plätzen", sagt Bürgermeister Nico Dittmann. Allerdings: 2018 wurden nur etwa 70 Prozent der damals geplanten Investitionen auch umgesetzt. "Die anderen wurden aber mittlerweile begonnen oder zumindest in das aktuelle Jahr übertragen." Der Bürgermeister sagt, dass Thalheim "aus unterschiedlichen Gründen einst eine finanziell schwere Zeit" gehabt habe. "Wir sind heute aber in der Lage, unsere Aufgaben, darunter auch ein paar freiwillige, zu erledigen. Es besteht aber noch hoher Nachholbedarf bei Investitionen - etwa in die Infrastruktur wie Straßen und Beleuchtung", so der Bürgermeister.

Die Kommune ist die einzige Stadt im Altkreis, die die Bürger noch mit einer Straßenausbaubeitragssatzung an den Kosten beteiligt. Dies war einst eine Auflage der Kommunalaufsicht, damit die klamme Drei-Tannen-Stadt überhaupt eine Haushaltsgenehmigung erhalten konnte. Ob diese bei den Einwohnern unbeliebte Satzung mal gekippt wird? Dittmann: "Die Thematik wird dieses Jahr erneut inhaltlich von der Verwaltung und mir vorbereitet und den alten bzw. neuen Stadträten ab Mai erklärt. Es werden die entsprechenden Gesetze, finanziellen Umstände, die Gesamtsituation und alles weitere Dazugehörige besprochen."

Generell schätzt Dittmann die Lage der Stadt als "leicht positiv und optimistisch ein". Unter anderen macht er dies am Schuldenstand fest. Vor zehn Jahren haben die Verbindlichkeiten noch mehr als neun Millionen Euro betragen - mittlerweile konnte dies um fast die Hälfte reduziert werden. "Wir tilgen rund 400.000 bis 450.00 Euro pro Jahr. In etwa 10 bis 15 Jahren wären wir demnach, ohne Neuverschuldung, schuldenfrei." Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von etwa 790 Euro liege Thalheim mittlerweile deutlich unter dem sächsischen Richtwert von 850 Euro. Dittmann: "Das ist auch ein Indikator für die gute Entwicklung Thalheims." Alle bisherigen Investitionen seien zudem bislang ohne Neukreditaufnahmen umgesetzt worden. Zum Vergleich: Stollberg wird frühestens 2023 unter der 900-Euro-Marke bei der Pro-Kopf-Verschuldung landen.

Auch bei der Gewerbesteuer konnte Thalheim leicht zulegen. Vor zehn Jahren lag der Wert noch bei 800.000 Euro, 2018 konnte Thalheim laut Dittmann aber fast 1,3 Millionen Euro verbuchen.

Doch wer kümmert sich künftig eigentlich um die Zahlen der Stadt? Hintergrund: Thalheim muss auf unbestimmte Zeit ohne Kämmerer auskommen, Ramona Pestel hat diesen Posten verlassen. Sie will sich nochmal verändern, so Dittmann. "Sie hat Thalheim durch schwere Zeiten begleitet." Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Dittmann: "Die öffentliche Ausschreibung blieb bisher erfolglos, wir werden eine neue machen. Parallel dazu gibt es interne Ausbildungen und die Einstellung weiterer Sachbearbeiter, die später möglicherweise als Kämmerer bestellt werden können. Bis dahin wird die Kämmerei durch Mitarbeiter kommissarisch geführt."

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