Super Lauf beim Kegeln endet abrupt vorm Finale

Auf dem Weg zum Abitur: "Freie Presse" begleitet mehrere Schüler der drei Gymnasien im Altkreis von der 5. bis zur 12. Klasse. Wie erleben sie ihre Schulzeit, wie ändern sich ihre Vorstellungen vom Leben, wie meistern sie Herausforderungen? Heute: Max vom Carl-von-Bach-Gymnasium.

Neukirchen/Stollberg.

Da hatte Max einen so guten Lauf wie bisher noch nie - und dann bremste ihn die Corona-Pandemie aus. Denn der Sechstklässler hat in diesem Schuljahr super Leistungen beim Kegeln hingelegt, war bei den Stollberger Kreiseinzelmeisterschaften Bester und qualifizierte sich so für die Bezirkseinzelmeisterschaften Untersachsen. Und auch dort schaffte er es bis ins Finale - das dann aber nicht mehr stattfand. Dumm gelaufen. Allerdings: Seit zwei Wochen läuft das Training bei der SG Neukirchen wieder und er weiß: Er kann es noch. Nun also hofft der Neukirchener auf die kommende Saison.

Während er wieder kegeln gehen kann und auch das Trompete spielen im Feuerwehrmusikzug wieder möglich ist, bleibt ein anderes Hobby im Moment noch auf der Strecke: Die Jugendfeuerwehr darf sich noch nicht wieder im Gerätehaus treffen. Eine Vorsichtsmaßnahme, erklärt Max' Vati Tino Seidel, der der Jugendwehrleiter ist. Denn wenn einer der aktiven Kameraden infiziert würde und alle in Quarantäne müssten, sähe es schlecht für die Einsatzbereitschaft der Wehr aus, sagt er.

Mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie fielen nicht nur seine Hobbys flach, sondern auch der Unterricht am Gymnasium. Allerdings habe es gerade mal zwei Tage gedauert, bis sie die ersten Aufgaben für daheim bekamen. "Und ich hatte auf Ferien gehofft", sagt Max und schmunzelt.

"Anfangs war es schwer, sich zum Lernen zu zwingen", erinnert er sich an die ersten Tage. "Aber dann ging es schon." Genutzt wurde und wird - auch aktuell findet ja nur die Hälfte der Unterrichtstage an der Schule statt - vor allem die Internetplattform Lernsax. In der ersten Zeit sei der Umfang der Aufgaben nicht allzu groß gewesen, aber später sei es doch immer mehr geworden. Um alles abzuarbeiten, habe er auch die Osterferien nutzen müssen, sagt Max. Während die Lösungen vor den Ferien meist nicht abgegeben werden mussten, sondern man nach einer Woche die Lösungen zum Vergleichen erhielt, sei nach den Ferien dann eher auch kontrolliert worden, was man gemacht habe.

Da den Großteil der Zeit alle vier Familienmitglieder daheim waren, habe man ein regelrechtes System schaffen müssen, wer wo arbeitet. Im Wohnzimmer wurde für Max ein Arbeitsplatz eingerichtet, am Esstisch arbeitete seine Mutti. Die ältere Schwester, ebenfalls Schülerin des Bach-Gymnasiums, lernte in ihrem Zimmer, der generell im Homeoffice tätige Vati nutzte sein Büro. Auch der Tag war klar eingetaktet. Halb 8 wurde gemeinsam gefrühstückt, dann von 8 bis 12 Uhr und gegebenenfalls nachmittags gelernt. Dass alle daheim waren, hatte auch Vorteile, sagt Max. Wenn er Fragen hatte, konnte er sie gleich den Eltern oder der Schwester stellen. Ein tierisches Familienmitglied habe besonders von der Situation profitiert; die Katze. Soviel Zuwendung und Streicheleinheiten habe sie lange nicht bekommen wie in dieser Zeit.

Nun stehen die Zeichen auf Ferien. "Eigentlich wollten wir nach Italien fahren", sagt Max. "Aber das ist ja jetzt nicht so das ideale Ziel." Darum plane man jetzt ein paar Tage Urlaub im Elbsandsteingebirge und mehrere Tagesausflüge. Hinzu kommen eine Woche im Kiez am Filzteich sowie einige Tage bei den Omas. Auf das geplante Kegelcamp in Hamburg muss er verzichten. Max: "Das fällt leider auch aus."

Jenna Müller vom Carl-von-Bach-Gymnasium, über die bislang ebenfalls "Auf dem Weg zum Abitur" berichtet wurde, möchte aus der Serie aussteigen. Ihre Eltern haben sich getrennt - das ist für sie und ihre Familie eine schwierige Situation, begründet Jenna ihre Entscheidung.

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