Thalheim diskutiert Ideen fürs neue Bad

Badeteich, Festplatz und Saunahütten: Der Bürgermeister hat nun erste Entwürfe im Rathaus vorgestellt. Noch sind viele Fragen offen - aber eines ist sicher.

Thalheim.

Wird das Naturbad beheizt? Der Vorschlag eines Bürgers löste Gelächter unter den rund 50 Gästen im Thalheimer Rathaus aus. Bürgermeister Nico Dittmann hatte dort erste Ideen für den Umbau des derzeit stillgelegten Erzgebirgsbads präsentiert. Doch auch wenn noch fast alles offen ist, die Antwort auf die Frage nach der Beheizbarkeit eines eventuellen Badeteichs lautet: Nein. Zu teuer. Die gute Stimmung im Ratssaal beruhte vor allem auf den Entwürfen, die auf breiten Zuspruch stießen. Allerdings wurde auch Kritik laut.

Dittmann erklärte zunächst die Strategie der Verwaltung. Planer haben das Projekt in mehrere Teile aufgespalten: Badeteich, Veranstaltungswiese, Umkleidekabine, Saunahütten, Minifestplatz, Halle sowie Strand und Liegebereich. Jeder Bereich kann unabhängig von den anderen Bereichen ausgestaltet werden - je nachdem, wann wie viel Geld zur Verfügung steht und welche Entscheidungen die Stadträte fällen. Dittmann geht davon aus, dass sich das Projekt fünf bis zehn Jahre hinziehen wird.

Aus dem Konzept folgt jedoch nicht, dass alle Teile umgesetzt werden müssen. Und auch das Wie ist nicht festgelegt. So ist zum Beispiel unklar, was aus der alten Halle wird. Laut Dittmann ist das Flachdach zwar komplett durchfeuchtet und müsste auf jeden Fall erneuert werden. Aber das Schrägdach der Anlage ist gut erhalten. "Die Halle ist zu schade, um sie abzureißen", sagte Dittmann einerseits. Und andererseits: "So hart es klingt: Hallen gibt es schon genug." Auch Freibäder mit Becken, wie etwa in Jahnsdorf, seien in der Region mehrfach zu finden. Einen Teich auszubaggern wäre günstiger als die Sanierung einer Halle. Das Naturbad hätte zudem den Vorzug, dass Personalkosten für Bademeister oder Putzkräfte gespart werden könnten. Überhaupt sollen die Folgekosten so niedrig wie möglich gehalten werden. Damit will die Stadt einen der Hauptfehler vermeiden, die dazu geführt haben, dass die alte Anlage geschlossen werden musste.

Mit einem Abriss konnte sich im Rathaus allerdings kaum einer arrangieren. Mehrere Bürger sprachen sich für den Erhalt der Halle aus, damit Schüler dort Schwimmunterricht nehmen und Sportler ihre Bahnen ziehen können. Wobei die Abwägung zwischen Halle und Teich kein Entweder-Oder ist. Beides ist möglich. Theoretisch könnte das alte Gebäude auch als Sauna oder Turnhalle genutzt werden.

Eine ältere Thalheimerin wies jedoch darauf hin, dass der Untergrund des Teichs eine wichtige Rolle spielt, vor allem für Menschen, die Probleme beim Laufen haben. Ein Bürger argumentierte, dass ein Kiosk neben dem Gewässer zu den ersten Maßnahmen zählen sollte, um die Attraktivität der Anlage zu erhöhen. Und für eine andere Einwohnerin war wichtig, dass aus dem Gelände ein öffentlicher Platz wird, auf dem man sich treffen kann. "Das fehlt bisher in der Stadt", sagte sie.

Dittmann stimmte zu: "Das trifft genau den Kern." Der Umbau des Erzgebirgsbads sei zudem eingebettet in einen noch größeres Gebiet, das die Stadt in den nächsten Jahren entwickeln will. Dazu gehören das benachbarte Waldstadion samt Vereinshaus, der Festplatz, der Richtermüller-Teich und der Mehrgenerationenpark, der bereits im Sommer eröffnet worden war.

Wie es mit dem Erzgebirgsbad weitergeht, diskutieren zunächst die Stadträte. Am 25. Oktober werden die Pläne in einer Einwohnerversammlung vorgestellt. Sofern das Projekt auf Akzeptanz stößt, wird der Rat am 14. November darüber abstimmen. "Sie werden sich alle in dem Konzept wiederfinden", sagte Dittmann den Bürgern im Rathaus.

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