Thalheim lässt umstrittene Brücke bauen - mit zwei Rampen

Die Verbindung an der Uferstraße kann kommen. Allerdings folgt all den Kompromissen ein weiteres Zugeständnis - an jene, die schlecht Treppen steigen können.

Thalheim.

Nach langen Diskussionen, Planänderungen und dem Finden eines Kompromisses kann die Stadt Thalheim nun den Neubau der Fußgängerbrücke zwischen Hauptstraße und Uferstraße angehen. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend entschieden, dass die Fußgängerbrücke an der Uferstraße in Höhe des Hauses Nummer 2 wie geplant gebaut werden soll. Allerdings mit einer Ergänzung.

Und die lautet, dass links und rechts Rampen gebaut werden. Bürgermeister Nico Dittmann betont jedoch, dass die Fußgängerbrücke deswegen aber nicht als barrierefrei bezeichnet werden könne. "Dafür gibt es Vorgaben. Die können wir allerdings nicht einhalten, weil dafür nicht genug Platz da ist." Zwar sollen sowohl in Richtung Haupt- als auch in Richtung Uferstraße Rampen angebaut werden, aber dieser werden eben steiler sein, als die DIN-Norm das vorschreibt.

Nur mit dieser Ergänzung darf der Bürgermeister nun die Ausschreibung für das Vorhaben starten. Der Beschluss des Stadtrates, dem viele Bürger im Ratssaal folgten, fiel mit acht Ja- und drei Neinstimmen sowie drei Enthaltungen.

Über die Fußgängerbrücke diskutiert Thalheim schon lange. Der Vorgänger war beim Hochwasser 2013 wegen der damals viel zu geringen lichten Höhe komplett überströmt und zerstört worden. Unter anderem waren die Brückenwiderlager abgesackt und gerissen, die ganze Konstruktion wurde 2014 abgerissen. Zunächst sollte die Brücke nicht wieder aufgebaut werden, weil sich die nächsten Übergänge über die Zwönitz jeweils etwa 100 Meter entfernt befinden. Doch Anwohner wehrten sich - mit Erfolg. Also wird seit 2015 der Neubau der Brücke geplant. Doch wegen immer neuer Erkenntnisse im Bereich des Flutschutzes wuchs das Objekt in den Plänen in die Höhe - am Ende hätte die Unterkante der neuen Brücke bei 1,70 Meter über dem Straßenniveau liegen sollen. Also einigte man sich auf einen Kompromiss. So, wie die Brücke nun gebaut werden soll, liegt ihre Unterkante etwa 1,34 Meter über dem beidseitigen Straßenniveau. Die Oberkante des Geländers verläuft etwa 2,46 Meter über der Straße. Eine Höhe, mit der nicht alle einverstanden waren. Sie kritisieren das Objekt als zu überdimensioniert.

Wenn nun nichts mehr dazwischenkommt, könnte noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden. Ohne die Rampen lag die Kostenschätzung für das Objekt bei mehr als 210.000 Euro. Die Maßnahme wird vom Freistaat bezahlt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...