Thalheimer Rüpel bringt Mensch in Lebensgefahr

Angeklagter demoliert Stromkasten - Notversorgung für Dialyse-Patient

Das ist zum Glück nochmal gut ausgegangen: Ein Dialysepatient, der in der Kantstraße in Thalheim lebt, hatte plötzlich keinen Strom mehr in seiner Wohnung. Nur durch den Einsatz eines schnell herbeigerufenen Notdienstes schwebte dieser Mensch nicht in Lebensgefahr.

Der Vorfall hat sich bereits am 31. Dezember 2019 zugetragen - doch spielte er jetzt am Amtsgericht Aue nochmal eine Rolle. Der Grund: Der Stromausfall damals war keine Havarie oder Zufall, sondern die absichtliche Tat eines 29-jährigen aus Thalheim. Dieser hatte in jener Silvesternacht, so lautete die Anklage der Staatsanwaltschaft Chemnitz, gegen 19.35 Uhr mit einem Knallkörper einen Sicherungs- oder Verteilerkasten des Stromversorgers an der besagten Kantstraße mutwillig gesprengt.

"Mit dieser Handlung wurde der Kasten zerstört, es entstand ein Sachschaden von ungefähr 2000 Euro. Aber vor allem wurde so die Stromzufuhr zu den angrenzenden Häusern unterbrochen", erläutert Hartmut Meyer-Frey, Sprecher des Amtsgerichtes Aue. Betroffen war von diesem plötzlichen Stromausfall unter anderen eben auch das Haus des bereits genannten Dialyse-Patienten, der damals deshalb eiligst seine Wohnung zur weiteren medizinischen Versorgung verlassen musste.

Dessen Mutter war zur Verhandlung auch als Zeugin geladen, musste aber letztendlich doch nicht aussagen. Denn der Angeklagte hatte nach Rücksprache mit seinem Verteidiger ein vollumfängliches Geständnis abgelegt, so Gerichtssprecher Meyer-Frey weiter. Er wurde schließlich zu acht Monaten Freiheitsentzug verurteilt - die Strafe ist vom Gericht zur Bewährung ausgesetzt worden.

Der Angeklagte ist für die Justiz übrigens kein Unbekannter. Er habe bereits eine längere Akte, sagt Gerichtssprecher Meyer-Frey. So sei der 29-Jährige schon wegen Drogendelikten, Diebstahl und Sachbeschädigung vorbestraft. Vor drei Jahren wurde er beispielsweise verurteilt, weil er zusammen mit einem Kumpanen den Osterbrunnen in Thalheim teilweise zerstört hat, erklärte Meyer-Frey.

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