Theatergruppe vermittelt Lebensgefühl im Ort

Die Neuwieser Darsteller stecken mitten in den Vorbereitungen fürs neue Stück unter dem Titel "'S 20-gährsche". Doch schon heute geht der stressigste Teil über die Bühne: der Kartenverkauf.

Neuwürschnitz.

Die Darsteller der Theatergruppe Neuwiese haben noch Zeit. Bis zur diesjährigen Premiere stehen noch mehrere Proben und ein Probenlager in Tschechien an. Auf der Bühne sind elf der insgesamt 23 Mitglieder zu sehen. Das heißt aber nicht, dass die anderen weniger wichtig sind.

Da wäre zum Beispiel Annemie Engelmann. Die 72-Jährige hat das Textbuch neu bearbeitet und auf Neuwürschnitzer Verhältnisse zugeschnitten. Das ist ein Markenzeichen der Theatergruppe. Beim Stück "'S 20-gährsche" geht es um ein Klassentreffen, zu dem einige markante Figuren wie der Kanada-Auswanderer, der DDR-Flüchtling und ein ortsbekanntes Unikum erwartet werden. Engelmann: "Das Klassentreffen findet im Jahr 1976 statt und die Klasse existierte wirklich. Wir versuchen immer, das Lebensgefühl im Ort zu vermitteln." Doch der Titel könnte auch anders gedeutet werden: Vor 20 Jahren, also 1998, haben die Neuwieser Mimen ihr erstes abendfüllendes Stück aufgeführt. Seither gab es fast jedes Jahr eine Premiere. Einzige Ausnahme war der Hallenneubau am Soziokulturellen Zentrum SKZ, als das Theater für eine Saison ohne Spielstätte dastand.

Eine andere Aufgabe, die Annemie Engelmann seit 2011 innehatte, hat sie in diesem Jahr abgegeben: Die Regie. Ein Part, der in Neuwiese nicht so ganz klar abgegrenzt ist. Mit einer deutlichen Portion Schalk im Nacken bekennt Engelmann: "Die Spieler haben mehr auf die Souffleuse gehört als auf mich." In diesem Jahr teilen sich erstmals Elke Illing und Marion Thriemer den Regiestuhl. Elke Illing, die bisher hinter der Bühne geholfen hat, sieht sich in dieser Rolle jedoch beileibe nicht als allmächtigen Spielleiter: "Im Grunde wird das Stück in einem kollegialen Miteinander erarbeitet." Die Regisseure nehmen bei den Proben eher den Platz des Zuschauers ein, beobachten, dass das Zusammenspiel passt, dass die Mimen nach vorn ins Publikum spielen, deutlich und laut sprechen und den Bühnenraum sinnvoll nutzen. Aus Erfahrung weiß Annemie Engelmann: "Mit einer guten Regie tut man den Mitspielern etwas Gutes. Deshalb besuchen wir auch die Aufführungen der anderen Amateurtheater im Umkreis. Wir kennen sie alle und man kann dabei viel lernen."

Dass die Neuwieser in den letzten Jahren ihre Hausaufgaben gemacht haben, merkt man am enormen Zuspruch. Bereits ab Frühsommer kommen die ersten Kartennachfragen. Um Ungerechtigkeiten und Unter-der-Hand-Mauscheleien auszuschließen, gibt es zwei Verkaufstage, an denen die Karten über den Tisch gehen. Vorbestellungen sind nicht möglich, und selbst die Mitwirkenden bekommen nur ein kleines Kontingent. Für einige der "unsichtbaren Helfer" ist deshalb schon heute der wirklich große Tag der Saison gekommen: der Kartenverkauf. Seit Jahren ist dafür Sonja Stölzel federführend verantwortlich. Kein leichter Job, denn obwohl es insgesamt sieben Aufführungen für jeweils 200 Besucher gibt, reichen die Karten hinten und vorne nicht. Längst hat Sonja Stölzel für jede Aufführung einen Sitzplan angefertigt, in dem heute ab 17 Uhr jeder verkaufte Platz markiert wird. Viele stellen sich lange vor Verkaufsstart an, deshalb will der Verein die Wartenden diesmal sogar mit Kaffee versorgen. Aber das sollte man eigentlich nicht schreiben: Der Ansturm ist auch ohne Verköstigung schon groß genug.

Die Karten für das Stück "'S 20-gährsche" werden heute und am Donnerstag, jeweils von 17 bis 19 Uhr im Soziokulturellen Zentrum verkauft. Aufführungen finden am 27./30. Oktober und 2./3. November jeweils 19 Uhr, sowie am 28/31. Oktober und 4. November ab 15 Uhr statt. Am 27. Oktober und 3. November gibts im Anschluss Tanz.

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