Thomas Witte erneut im Visier des Verfassungsschutzes

Der Vorsitzende der Heimattreue Niederdorf wird im jüngsten Bericht mehrmals erwähnt. Die Behörde warnt davor, dass der Rechtsextremist über sein Engagement im Verein seine Inhalte verbreitet.

Niederdorf/Dresden.

Der Vorsitzende der Heimattreue Niederdorf, Thomas Witte, wird nach wie vor als Rechtsextremist eingestuft. Zu dieser Erkenntnis kommt das Landesamt für Verfassungsschutz, das am Dienstag seinen Bericht für das Jahr 2018 vorgelegt hat. In dem 300 Seiten starken Text taucht der Niederdorfer an drei Stellen auf, unter anderem für seine "prominente Rolle" als Ordner bei den Demonstrationen nach dem Tötungsdelikt Ende August in Chemnitz.

Ein Fokus der Verfassungsschützer liegt aber auf der Strategie der Neonazis, auf feste Strukturen zu verzichten und sich bewusst in nicht-extremistischen Aktivitäten zu engagieren. Diese sogenannten "Einsickerungsbemühungen" werden vor allem in Vereinen deutlich. "Nach außen ist dabei ein extremistischer Zusammenhang nicht erkennbar", heißt es und weiter: "So streben Extremisten in bürgerlichen Vereinen Führungspositionen an, um diese dann gegebenenfalls zur Verbreitung rechtsextremistischen Gedankenguts zu instrumentalisieren." Als eines der sachsenweit bekanntesten Beispiele wird Thomas Witte in seiner Funktion als Chef der Heimattreue genannt - übrigens neben dem Rechtsextremisten Maik Arnold, der im Oelsnitzer Verein Unsere Heimat, unsere Zukunft aktiv ist. "Auf diese Weise verfolgen sie das Ziel, ihre Inhalte und Aktivitäten in der Zivilgesellschaft zu verbreiten", heißt es in dem Bericht. Die Themenschwerpunkte solcher Aktivitäten liegen laut Verfassungsschützer "auf allgemein politischen Fragen wie der Integration, der politischen Unzufriedenheit oder auch der 'Heimatpflege'".

Christoph Ulrich

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Der Verfassungsschutzbericht erscheint jährlich und informiert über Zielsetzungen und Erscheinungsformen des Extremismus. In dem im Frühjahr 2018 veröffentlichten Bericht tauchte Thomas Witte nicht auf, nachdem der Verfassungsschutz ihn jedoch Ende 2017 im Niederdorfer Gemeinderat erstmals öffentlich als Rechtsextremisten einstufte. Zu dieser Einordnung ist der Verfassungsschutz nun zurückgekehrt. Der Rechtsextremist tritt bei der Wahl zum Gemeinderat nächste Woche als Kandidat für die Liste Niederdorfer Bürger an.

www.verfassungsschutz.sachsen.de/601.htm

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