Thumer Kreuz: Kreisverkehr ist offenbar vom Tisch

Auerbach fordert einen Umbau des Knotens. Hintergrund ist eine vermeintliche Unfallhäufung. Nach einer Unfallanalyse und einer Verkehrsstrommessung gibt es dafür aber keine Notwendigkeit.

Auerbach.

Als es vor zwei Jahren seitens des Landkreises hieß, dass bei einer Variantenuntersuchung für den Ausbau der Kreuzung Thumer/Hormersdorfer/Gelenauer Straße - Thumer Kreuz genannt - auch ein Kreisverkehr einbezogen wird, fühlte sich der Gemeinderat bestätigt. Denn der hatte da bereits Jahre um einen solchen gekämpft. Er erhofft sich so eine Entschärfung des Knotens, weil er für sie ein Unfallschwerpunkt ist. Nun allerdings scheint die Erwartung der Auerbacher einen Dämpfer zu bekommen.

Wie es jetzt auf Nachfrage aus dem Landratsamt hieß, "wird an dem Knotenpunkt die erforderliche Verkehrsqualität gewährleistet". Das heißt laut Landkreis-Sprecherin Stefanie John, er "ist in seiner Größe beziehungsweise Geometrie zur Aufnahme des Verkehrs ausreichend". Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der Landkreis am Thumer Kreuz beauftragt und durchgeführt hat, erklärt John. Dabei wurden die Verkehrsströme untersucht beziehungsweise für die Zukunft prognostiziert.

In dieser Woche fand nun ein Gespräch mit dem zuständigen Fachreferat im Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) statt. Dort sei festgestellt worden, dass der Verkehrsknoten im Ergebnis der bisherigen Untersuchungen verkehrssicher ist und auch eine ausreichende Verkehrsqualität besitzt.

Dass die Kreuzung nicht als Unfallschwerpunkt belegbar ist, war schon vor wenigen Wochen zu erahnen - als die Zahlen einer Statistik des Landkreises öffentlich gemacht wurden. Demnach ereigneten sich am Thumer Kreuz 2017 zwei, 2018 ein und 2019 drei Unfälle. Bei keinem gab es Verletzte. Alle Unfälle passierten zwischen März und November sowie tagsüber, bei fünf Crashs war die Straße trocken. Dreimal wurde die Vorfahrt missachtet, zweimal war ein ungenügender Sicherheitsabstand die Ursache, einmal wurde bei unklarer Verkehrslage überholt.

Laut John soll nichtsdestotrotz noch eine Variantenuntersuchung von verschiedenen Knotenpunktgestaltungen durchgeführt werden - Kriterien seien Verkehrssicherheit, Kosten und Eingriffe ins Umfeld. Aber nur, wenn die bestehende Verkehrsqualität damit "noch entscheidend zu verbessern wäre", gebe es dann eine Planung für eine Umgestaltung des Knotens.


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