Toilettenhäuschen auf Friedhof wird Kunstobjekt

Nützlich ist er stets gewesen, der Container auf dem Ehrenfriedersdorfer Gottesacker. Doch schön war er nicht. Ein Niederwürschnitzer hat das jetzt geändert - mit satten 60 Farben.

Niederwürschnitz/Ehrenfriedersdorf.

Gut 16 Stunden hat Benjamin Knoblauch gesprüht. Entstanden ist ein anspruchsvolles Naturmotiv, ein Wald mit Pflanzen und Bäumen. Es fügt sich unauffällig und sanft, vor allem aber passend ins Areal ein. Keine so leichte Aufgabe für den Graffiti-Sprayer aus Niederwürschnitz. Schließlich befindet sich der Toilettencontainer auf dem Ehrenfriedersdorfer Friedhof.

"Das vor zwei Jahren aufgestellte weiße Bauwerk sah so einfach nicht schön aus", meint Mathias Hackebeil. Der Kirchenvorsteher war es, der die Idee dazu hatte, die Außenhaut der Toilette deshalb entsprechend originell zu gestalten. Ein einfacher Anstrich sollte nicht infrage kommen. "Also mussten wir jemanden suchen, der sich damit auskennt. Und es war wichtig, einen legalen Sprayer zu finden", so Mathias Hackebeil. Der 54-Jährige wurde im Internet fündig und vereinbarte einen Vororttermin mit Benjamin Knoblauch. Grobe Vorstellungen entwickelten sich zu Entwürfen, die dem Kirchenvorstand vorgelegt wurden. Entstanden ist ein Kunstwerk, welches Ruhe und Würde ausstrahlt. Hackebeil zeigt aber vor allem auch Respekt, in welcher Kürze das Kunstwerk entstanden ist. Dennoch war der Aufwand enorm. "Ich habe 60 verschiedene Farben auf Acrylbasis verwendet, fast alles Grüntöne", berichtet der Niederwürschnitzer, der seine künstlerische Tätigkeit im Nebenberuf ausübt. Zum Einsatz sind ausschließlich Spraydosen gekommen. "Ich habe mit dem Hintergrund angefangen und dann vom Dunklen ins Helle gesprüht", so der 27-Jährige. An Erfahrung fehlt es Benjamin Knoblauch bei seiner Arbeit nicht. Schon mit 14 Jahren sprühte er sein erstes Graffito. Unter seinem Künstlernamen "Garlix-Art" gestaltete er unter anderem auch das Bootshaus am Waldbad in Neuwürschnitz.

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