Tolle Stimmung beim Homeward-Festival

Musik, Workshops, Debatten und Ausfahrten: Das Open Air an der Alten Ziegelei in Niederwürschnitz überzeugt erneut die zahlreichen Besucher.

Niederwürschnitz.

Es ist Samstagabend, die Sonne ist gerade untergegangen und die Party in vollem Gange. Während in einem Areal in der Anmutung eines Hinterhofes gerade ausgelassen zu elektronischer Musik getanzt wird, spielt einige Meter weiter eine Metalband. Der DJ fragt in die Menge: "Habt ihr Lust zu feiern?!" Überall sind Menschen mit einem Getränk in der Hand zu sehen, die diese Stimmung mit ihren Freunden genießen und eine tolle Zeit verbringen wollen. Sie alle sind zum Homeward-Festival auf das Freizeitgelände an der Alten Ziegelei in Niederwürschnitz gekommen. Die zweite Auflage knüpfte an die hervorragende Stimmung im letzten Jahr an und bescherte den Besuchern zwischen Donnerstag und Sonntag unvergessliche Erlebnisse.

Während an den Festival-Abenden die Musik in den Vordergrund rückte, standen die Vor- und Nachmittage im Zeichen von Workshops und Mitmach-Aktionen. Dabei zeigte sich auch der christliche Hintergrund des Events. So stellte sich etwa Danny Steiger, evangelischer Jugendpfarrer aus Aue, einer Diskussionsrunde mit Besuchern. Bei dem Format "Lass uns drüber reden" stand ein ungezwungener Meinungsaustausch zu Glaube und Religion im Vordergrund. "Hallo, mein Name ist Judith und ich möchte gern etwas loswerden", begann unter anderem eine junge Frau ihre Wortmeldung. Sie berichtete anschließend von persönlichen Erlebnissen innerhalb ihrer Kirchgemeinde, ihre Sicht auf Gott und davon, wie ihr der Glaube Halt im Leben gibt. Steiger hörte dem Wortbeitrag interessiert zu und bedankte sich zum Schluss für ihre Wortmeldung. Das Ziel der Diskussionen und Workshops war es, christliches Leben abseits von Gottesdiensten und teils starren Ritualen innerhalb der Kirche erfahrbar zu machen.

Darüber hinaus waren im Workshop-Angebot auch Kurse zu den Themen Lifestyle oder Handwerk zu finden. Bei der Aktion "Open Hair" gab es für die Besucher direkt auf dem Festival die passende Frisur für das Wochenende. In einem Kunst-Workshop entstanden Siebdrucke, 3D-Miniaturen, Festival-T-Shirts oder Armreifen aus Holz. Und auch der Sport kam nicht zu kurz: Ein Einführungskurs vermittelte die Grundlagen im Einradfahren, eine Tour mit dem Mountainbike wurde organisiert und in einem Fitnesskurs wurden Workout-Übungen vorgestellt.

Musikalisch war, dank einer großen Bandbreite unterschiedlicher Stile, für jeden etwas dabei. Im Mittelpunkt standen regionale Künstler. So gehörten "The Lateriser" aus Neuoelsnitz zu den Hauptacts.

Organisiert wurde dieses Festival vom gleichnamigen Homeward-Verein aus Chemnitz, der sich nach der Premiere im vergangenen Jahr gründete. Rund 250 ehrenamtliche Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf, organisierten die Deko, kümmerten sich um Essen und Trinken, die Technik, eine Kinderbetreuung oder die Gestaltung der vielen Workshops. Um die Kosten zu decken, setzten die Veranstalter, wie bereits im letzten Jahr, auf ein Soli-preis-Modell. Soll heißen: Jeder zahlt den Eintritt, den er bereit ist zu zahlen. Viele Besucher freuten sich über das liebevolle Ambiente und die besondere Stimmung auf dem Festival. "Ich würde jederzeit wiederkommen", sagte Annika Hofmann.


"Neuauflage wird gewünscht"

Der Chef-Organisator des Homeward-Festivals, Sebastian Franke, zieht eine positive Bilanz der Veranstaltung. Mit ihm sprach Dominic Wendekamm.

Freie Presse: Sind Sie mit dem Zuspruch in diesem Jahr zufrieden?

Sebastian Franke: Im letzten Jahr waren um die 1200 Leute auf dem Festival. Das haben wir in diesem Jahr schon am zweiten Tag erreicht. Deshalb kann man nicht zufriedener sein, was die Resonanz angeht.

In Sachen Konzept und Atmosphäre ist das Homeward eine Besonderheit in der Festivallandschaft. Gibt es ein Vorbild?

Wir waren etwas traurig, als im letzten Jahr das Freakstock-Festival mit einem ähnlichen Hintergrund ausgefallen ist. Da entstand der Gedanke, einen Ersatz ins Leben zu rufen. Aus dieser Idee entstand das Homeward mit seinen regionalen Künstlern und den Workshops.

Wie wird es im nächsten Jahr mit dem Homeward-Festival weitergehen?

Wir hören von ganz vielen Seiten, dass eine Neuauflage gewünscht ist. Das freut uns. Wir haben das noch nicht abschießend entschieden, werden das aber mit Sicherheit im Verein bald zum Thema machen.

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