Traumstelle in Stollberg wartet - aber Ehrfurcht ist groß

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Am Montag beginnt für Matthias Müller ein neuer Lebensabschnitt. Nach seinem Vikariat in Chemnitz tritt er seine erste Stelle als Pfarrer an. Dabei wird dem 29-Jährigen gleich zum Start ins Berufsleben viel Verantwortung übertragen.

Stollberg.

Der neue Pfarrer der Stollberger Jakobikirche hat in seinem Leben zielstrebig auf seinen Beruf hingearbeitet. Der in Passau geborene und in Chemnitz aufgewachsene Matthias Müller hat nach dem Abitur seinen Zivildienst im Kindergarten der St.-Pauli-Kreuz-Kirchgemeinde Chemnitz geleistet, er hat ab 2011 Evangelische Theologie an der Universität Leipzig studiert, ein Gemeindepraktikum im Kirchenbezirk Löbau-Zittau und ein Spezialpraktikum bei der Bahnhofsmission Leipzig absolviert. Nach Beendigung des Studiums hat Matthias Müller ein Jahr lang als studentische Hilfskraft am Institut für Praktische Theologie gearbeitet und ein Pädagogisches Vikariat in Limbach-Oberfrohna absolviert. Zuletzt war er innerhalb eines Gemeindevikariats in der Christuskirche Chemnitz tätig.

Dennoch ist seine neue Stelle viel mehr, als die logische Folge dieser Entwicklung, denn Matthias Müller wird nicht nur Erster Pfarrer in Stollberg, sondern parallel dazu auch Pfarramtsleiter im Schwesternkirchverhältnis, zu welchem seit Anfang 2020 neben Stollberg die Gemeinden Oelsnitz, Beutha/Neuwürschnitz, Lugau/Niederwürschnitz, Erlbach-Kirchberg/Ursprung und Leukersdorf gehören. Selbst ausgesucht hat er sich diese verantwortungsvolle Stelle nicht, denn nach dem Vikariat werden die angehenden Pfarrer vom Landeskirchenamt in eine Gemeinde entsendet. Im Vorfeld wurde jedoch gefragt, ob er sich eine Pfarramtsleitung zutraut. Erst als er das bejaht hatte, fiel die Entscheidung für Stollberg. "Für mich ist das eine Traumstelle. Ich kann es kaum erwarten, gehe aber auch mit großer Ehrfurcht ins Amt." Einen wirklichen Amtsvorgänger gibt es nicht, denn von den amtierenden Pfarrern im Schwesternkirchverhältnis wollte niemand die Pfarramtsleitung übernehmen. Kommissarisch hatte die Lugauer Pfarrerin Sabine Hacker das Amt inne. "Manche Pfarrer empfinden diese Leitungsaufgabe eher als Last, aber mich interessiert die Verwaltung. Ich finde das spannend und wichtig."

Die erste Begegnungen in seinem neuen Wirkungsbereich ermutigen den neuen Pfarrer: "Ich muss die Wege, die ich theoretisch kenne, nun auch praktisch erfahren. Schon bei der Vorstellung wurde mir dabei Unterstützung zugesagt." Die wird Matthias Müller auch brauchen, denn das Zusammenwachsen der Schwesternkirchgemeinden ist eines seiner wichtigsten Ziele. Wobei das Besondere dieser Vereinigung ist, dass alle Gemeinden noch relativ eigenständig sind.

Wo der Schwerpunkt seiner Arbeit liegen soll, lässt Matthias Müller unterdessen noch offen. "Ich möchte erst sehen, was den jeweiligen Gemeinden besonders wichtig ist und die gespannten Fäden aufnehmen." Sein eigenes Herz schlägt besonders für Jugendarbeit, denn Matthias Müller hat seine eigene Zeit als Konfirmand als besonders intensiv erlebt: "Das ist eine Phase, in der Menschen nach Halt und Glaube suchen. Da ich mit den neuen Medien aufgewachsen bin, habe ich den Vorteil, dass ich der Lebenswelt der Jugend noch sehr nahe bin."

In seiner Freizeit allerdings widmet sich Matthias Müller durchaus konservativen Hobbys. Zum einen spielt er Klavier, zum anderen ist er begeisterter Hobbywinzer: "Meine Eltern stammen aus Siebenbürgen. Dort hat fast jeder einen eigenen Weinstock am Haus."

Die Ordination von Matthias Müller durch den Superintendenten Olaf Richter erfolgt am 7. März, 14 Uhr in der Jakobikirche Stollberg. Die Teilnahme ist nur nach telefonischer Anmeldung unter der Rufnummer 037296 70721 möglich. Interessenten können sich vom 1. bis 5. März zu den Öffnungszeiten des Pfarramtes (Montag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 12 Uhr, sowie am Donnerstag von 14 bis 17 Uhr) melden.

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