Traurige Bilanz der Motorradsaison

Zuletzt ist die Zahl der Unfälle in der Region leicht gestiegen. Die Polizei kennt dafür mehrere Ursachen.

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Motorradunfälle leicht. Auch in dieser Saison gab es bereits mehrere Karambolagen.

Für Sie berichtet: Jürgen Freitag

In den kommenden Wochen neigt sich die Motorradsaison dem Ende zu. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Auch dieses Jahr hat es wieder etliche Unfälle und Verletzte auf erzgebirgischen Straßen gegeben. Auf Anfrage teilte das Statistische Landesamt Sachsen mit, dass bis Ende Juni 95 Verunglückte gezählt wurden, darunter sind auch zwei Personen, die bei Unfällen starben. So war ein Motorradfahrer (64) am 22. April bei einer Kollision auf dem Auer Autobahnzubringer zu Tode gekommen. Der Mann hatte versucht, einen Bus zu überholen und war dabei mit einem entgegenkommenden Wagen kollidiert. Er stürzte, prallte gegen die Leitplanke und verstarb noch am Unfallort.

Ebenfalls tödlich endete ein Unfall in Elterlein für einen 33 Jahre alten Motorradfahrer am 14. Juni. Ein Kleinbus hatte dem Mann an einer Kreuzung des Autobahnzubringers Zwönitz (Staatsstraße 258) die Vorfahrt genommen. Dabei bohrte sich das Motorrad regelrecht in den Heckbereich des Vans. Ein Hubschrauber flog den schwer verletzten Fahrer in eine Klinik, wo dieser später seinen Verletzungen erlag.

Wie viele Unfälle sich dieses Jahr bis Stand August insgesamt ereignet haben, will die Polizei Chemnitz, die auch für den Erzgebirgskreis zuständig ist, derzeit noch nicht sagen, legt dafür aber eine aktuelle Statistik für das Jahr 2017 vor. Die schlechte Nachricht vorweg: Sie zeigt, dass die Zahl der Karambolagen in der Region zuletzt leicht zugenommen hat. So verzeichnete die Polizei 249 Unfälle, an denen motorisierte Zweiradfahrzeuge beteiligt waren (2016: 235). Dabei sind fünf Verkehrsteilnehmer getötet und 169 Verkehrsteilnehmer verletzt worden. 2016 hatte die Polizei drei Getötete und 161 Verletzte verzeichnet.

Ursachen für die Unfälle gibt es laut Polizei gleich mehrere. Zu den häufigsten Auslösern zählen eine überhöhte Geschwindigkeit, ein zu geringer Sicherheitsabstand und andere riskante Fahrmanöver wie das Überholen trotz unklarer Verkehrslage. Auch würden einige Fahrer immer wieder gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen und so beispielsweise in Kurven Unfälle verursachen, sagt Polizeisprecherin Daniela Koenig.

Trotz leichter Steigerung: Ein verlässlicher Trend lasse sich aus den Zahlen noch nicht ablesen. Die Zahl der Unfälle, heißt es, sei in der Regel abhängig von "Schönwettertagen". Sprecherin Koenig erklärt dazu: "Bei schönem, trockenem Wetter sind mehr Fahrer auf den Straßen unterwegs, und dementsprechend ist die Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden, größer."

Unfallschwerpunkte für Motorradfahrer gibt es nach Angaben der Polizei im Erzgebirgskreis nicht. Trotz dieser Einschätzung führen die Beamten im Direktionsbereich Präventivprojekte durch. Koenig zählt dazu auch Kontrollen des Zweiradverkehrs, die die Polizei verstärkt an Wochenenden und Feiertagen durchführe.

0Kommentare Kommentar schreiben