Ukraine: Landkreis muss Notunterkünfte aktivieren

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Erzgebirge bereitet sich auf Zuweisung von mehreren Hundert Flüchtlingen vor - Aktuell sind es 3198 Menschen

Erzgebirge.

3198 ukrainische Kriegsflüchtlinge (Stand 10. Juni) sind im Erzgebirgskreis angemeldet und erfasst. Das geht aus dem Bericht zur Ukrainehilfe von Frank Reißmann zur Sitzung des Kreisausschusses für Familie, Bildung, Gesundheit und Soziales hervor. Er ist Abteilungsleiter im Landratsamt für den Bereich Soziales und Ordnung.

Zu den Prognosen, die Frank Reißmann stellte, gehört, dass man im Erzgebirgskreis für Juni mit der Zuweisung von 200 Kriegsflüchtlingen durch die Landesdirektion rechnet. Zusätzlich würden 150 Personen erwartet, die selbst Hilfe im Landkreis suchen. Die Chemnitzer Behörde habe außerdem angekündigt, dass Ende des Monats weitere Hilfesuchende zugewiesen würden, die bislang in Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaats leben. Zum Vergleich: Ende April hatte das Landratsamt die Anzahl von 1772 ukrainischen Flüchtlingen veröffentlicht. Genaue Zahlen sind nicht abrufbar, denn Ein- und Rückreisen sind nach wie vor abhängig von der Situation in der Ukraine.

Bisher sind die Ukrainer ausschließlich in Wohnungen untergebracht worden. Da die Anzahl der Hilfesuchenden jedoch kontinuierlich steige, bereite sich der Landkreis auf deren Unterbringung in Turnhallen vor. Dafür benötige man aber zwei Wochen Vorlaufzeit, so der Amtsleiter weiter. Er spricht bei der Notfallplanung von 1200 Plätzen.

Bislang sei man im Landkreis bei der Unterbringung von Asylbewerbern gut damit gefahren, Gemeinschaftsunterkünfte und Wohnungen nur zu 80 Prozent zu belegen. "So schaffen wir keine künstlichen Druckpunkte", sagte Frank Reißmann. Das heißt, man war in der Lage, zu reagieren, wenn die Unterbringung in einer anderen Einrichtung nötig war. Das wird zusehends schwieriger, denn laut Landratsamt sind mittlerweile 86 Prozent der Plätze in Gemeinschaftsunterkünften und 88 in sogenannten Gewährswohnungen belegt.

Aus diesem Grund habe die Dienstleistungsgesellschaft Erzgebirge mbH (DGE), eine 100-prozen- tige Tochtergesellschaft der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, den Auftrag erhalten, 40 zusätzliche Wohnungen im Erzgebirgskreis anzumieten. Frank Reißmann: "Es wird der Punkt kommen, an dem wir die Menschen nicht mehr regulär in Wohnungen unterbringen können." (ka)

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