Und immer wieder heißt es "Glück Auf"

Mehrere Tausend Besucher haben gestern das Bergfest in Oelsnitz erlebt. Bei aller Begeisterung kamen die Organisatoren jedoch zwischendurch ins Schwitzen, da Autofahrer ein eingerichtetes Halteverbot ignoriert hatten.

Oelsnitz.

Eine alte Bergbautradition ist am Wochenende in Oelsnitz wieder aufgelebt: Zum ersten Mal seit 1950 hat die Stadt wieder ein Bergfest gefeiert. Angereist waren dazu 18 Bergbrüder-, Berg- und Hütten-Knappschaften aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und der Tschechischen Republik.

Das Bergkorps Oelsnitz, das Jugendblasorchester Bernsdorf und das Musikkorps Olbernhau haben die Parade vom Bergbaumuseum durchs Stadtzentrum bis zum Marktplatz musikalisch begleitet. Bereits am Startpunkt hatten sich zahlreiche Schaulustige eingefunden. Je näher die rund 400 Trachtenträger dem Bauernmarkt kamen, der sich vom Rathausplatz bis zur Kammerrat-Beck-Straße erstreckte, umso mehr Besucher verfolgten das Treiben. Denn hier wartete das zentrale Ereignis des Tages: Ein ökumenischer Berggottesdienst.

"In der Marienkirche Annaberg finden jährlich Berggottesdienste statt, aber in diesem Ausmaß habe ich das noch nicht erlebt", sagte der evangelische Oelsnitzer Pfarrer Peter Bergmann. Der katholische Diakon Matthias Tauchert hat gemeinsam mit Uwe Jahn von der Brüdergemeinde vor der Kulisse eines rappelvollen Marktplatzes eine Dialogpredigt gehalten. Fördervereinschef und Paradeleiter Heino Neuber erinnerte an die Tradition der Bergfeste.

"Ich habe die Parade an der Grüßer-Kreuzung erlebt", berichtete Christian Bauer. Der Oelsnitzer zeigte sich von dem Fest begeistert: "Das war alles so locker. Während der Parade hat man immer wieder den Glück-Auf-Gruß gehört. Und auch der Bauernmarkt ist sehr schön. Eventuell hätten noch mehr Parkplätze ausgewiesen werden sollen."

Das dachten sich vermutlich auch die Organisatoren, die etwas ins Schwitzen kamen, während weit über 1000 Besucher noch andächtig dem Gottesdienst lauschten. Trotz Halteverbots hatten mehrere Besucher die Freiflächen am Kirchplatz zugeparkt. Eilens wurde die Polizei herbeigerufen, die so auf die Schnelle aber auch nichts ausrichten konnte. Es musste also umdisponiert werden. Die geplante Aufwartung mit allen angereisten Habitträgern wurde schließlich aus der Not heraus in eine Minimalvariante umgewandelt: Während die Bergbrüderschaften nach einer kleinen Runde über den Kirchplatz umgehend wieder ausmarschierten, blieben die Musiker zur Aufwartung stehen.

Polizeihauptkommissar Alexander Uhlig sorgte mit seinen Kollegen dafür, dass die Aufwartung direkt im Kreuzungsbereich dennoch stattfinden konnte. Beschwichtigend meinte er: "Wir werden uns doch hier wegen drei Falschparkern nicht den Sonntag verderben lassen."

Heino Neuber ärgerte sich dennoch: "Ich hatte das genau ausgemessen und wir hätten gerade sehr gut auf den Platz gepasst. Außerdem waren die Schilder wirklich früh genug aufgestellt worden." Trotz der kleinen Panne war auch der Fördervereinschef mit dem Verlauf insgesamt hochzufrieden: "Mit einer solchen Riesenmasse an Besuchern hatte ich nicht gerechnet. Überrascht war ich vor allem, wie viele Leute auch schon in Neuoelsnitz die Parade verfolgt haben." Für Bürgermeister Bernd Birkigt ein Erfolg, auf dem sich aufbauen lässt: "Ein schöner Anlass für ein nächstes Bergfest wäre sicher das 100-jährige Stadtjubiläum 2024."

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