Ungewohnte Perspektiven und fotografische Raffinessen

Bilder von Astrid Steffens werden ab heute in der Bibliothek in der Roten Schule in Oelsnitz gezeigt. Die Hartensteinerin rückt dabei vor allem die nähere Umgebung überzeugend in den Fokus.

Oelsnitz.

Von fernen Ländern und exotischen Regionen scheinen einige der Fotografien von Astrid Steffens in der Ausstellung unter dem Titel "Einblicke - Ausblicke" in der Bibliothek der Roten Schule in Oelsnitz zu erzählen. Doch der kleine Hinweis zum Aufnahmeort der Fotos belehrt den Betrachter eines Besseren: Die Fotografin hat diese Motive in der Miniwelt Lichtenstein gefunden. Aus ungewohnter Perspektive und mit überlegten fotografischen Raffinessen vermag die Hartensteinerin Astrid Steffens auch vermeintlich schlichten Motiven eine einzigartige Wirkung abzuringen.

Für Bibliothekarin Heidrun Dohle passt die Hobbyfotografin damit bestens ins Ausstellungskonzept: "Wir haben uns von Anfang an auf Fotografien konzentriert. Damit treten wir einerseits nicht in Konkurrenz zum Heinrich-Hartmann-Haus, andererseits wird es von den Lesern sehr gut angenommen. Eine neue Ausstellung wird hier sofort gesehen, und die Leute sind dafür absolut aufgeschlossen."

Astrid Steffens widmet sich seit zehn Jahren der Fotografie. "Anfangs habe ich 2008 noch viel mit automatischer Einstellung gearbeitet, doch seit etwa 2011 stelle ich fast alles manuell ein." Damit erzielt Steffens oft einzigartige Wirkungen. So muten die eigentlich schlichten Motive von Bächen in Bockau und im Schwarzwassertal fast märchenhaft-mysteriös an. Steffens macht aus den besonderen technischen Tricks, die solche Stimmungen erzeugen, kein Geheimnis: "Das ist eine Langzeitaufnahme. Dazu habe ich mit Graufilter und einer Belichtungszeit von etwa zwölf Minuten gearbeitet." Um die Feinheiten besser bearbeiten zu können, verwendet sie zudem durchweg das Rohdatenformat. Dabei hat sie sich vieles autodidaktisch angeeignet, aber auch immer wieder Workshops zu bestimmten fotografischen Techniken besucht.

In der Ausstellung wird deutlich, dass es Steffens nicht nur um die Perfektionierung eines einzelnen fotografischen Stilmittels geht. Sie bekennt: "Es reizt mich, einfach immer wieder etwas Neues auszuprobieren." Diese Vielfalt macht die jetzige Schau bunt und lebendig. Da werden Landschaften ebenso gezeigt, wie Menschen und Tiere. Zu den besonderen Hinguckern gehören mehrere Winterfotos rund um Oberwiesenthal. Das Fichtelberghaus in der sogenannten "blauen Stunde", das heißt unmittelbar nach Sonnenuntergang, die Fichtelbergbahn mit eindrucksvollen Dampfwolken oder einfach die knackig kalte Winterlandschaft. Mit diesen Aufnahmen punktet Astrid Steffens nicht nur lokal.

Eine Handvoll dieser Winterbilder sind derzeit in der Galerie Wul in Seoul/Südkorea zu sehen. Steffens ist eine von zwölf Fotografen aus Deutschland, deren Fotos dort gezeigt werden. "Aus Sachsen bin ich sogar die Einzige." Auf solchen Erfolgen will sie sich aber nicht ausruhen. Immer wieder ist sie auf der Suche nach neuen Herausforderungen: "Als nächstes möchte ich mit intensiver mit Architektur und der Schwarz-Weiß-Fotografie auseinandersetzen."

Die Ausstellung "Einblicke - Ausblicke" mit Fotografien von Astrid Steffens ist bis Ende Januar in der Bibliothek in der Roten Schule in Oelsnitz zu sehen. Geöffnet ist montags von 9 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr sowie jeden ersten Samstag im Monat von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...