Verbotene Umleitung bringt Lärm und Staub

Autofahrer nutzen den Äppelweg zwischen Ursprung und Seifersdorf als Abkürzung. Anwohner sind genervt. Eine Schranke würde kaum helfen, meint der Bürgermeister.

Jahnsdorf.

Eine schmale, staubige Schotterpiste führt vom Seifersdorfer Wohngebiet am Erlenweg nach Ursprung. Äppelweg heißt die Strecke im Volksmund. Kaum vorstellbar, dass hier zuletzt auch Laster entlanggerollt sind. Davon berichten Anwohner. Eigentlich ist der Weg für die Landwirtschaft gedacht, doch seit in Leukersdorf die Hauptstraße vollgesperrt ist, wird die Fahrbahn als Umleitung genutzt - verbotenerweise.

"Das ist eine pure Katastrophe", sagt Klaus Leckel, dessen Haus direkt neben dem Weg steht. Nicht nur der Lärm stört ihn. "Bei Nordwind zieht eine Staubwolke durchs Wohngebiet", sagt er. Und Barbara Leckel fügt hinzu: "Wäsche raushängen geht gar nicht mehr."


Maik Höfer, Jahnsdorfer Gemeinderat, wies in der jüngsten Sitzung auf das Problem hin. Anlieger des Wohngebiets hatten ihn darauf aufmerksam gemacht. Höfer wollte vom Bürgermeister wissen, ob es Möglichkeiten gebe, Autofahrer vom Äppelweg fernzuhalten.

"Mir fällt nicht viel Praktisches ein", sagte Albrecht Spindler. Zwar wäre es möglich, die Polizei hinzuschicken. Aber die Beamten könnten nicht rund um die Uhr den Äppelweg kontrollieren. Und auch eine Schranke würde wohl kaum Abhilfe schaffen, meint Spindler. Denn wenn Traktoren dort entlangfahren, müssten sie die Schranke ständig hochziehen und wieder runterlassen. Aller Erfahrung nach stünde die Schranke dann doch meist offen, sagt Spindler. Eine Lösung ist also nicht in Sicht.

Der Grund für das Umleitungschaos ist die Baustelle in Leukersdorf. Dort wird die Hauptstraße saniert - mit Vollsperrung. Wer von Ursprung aus die offizielle Umleitung fährt, muss einen Bogen über Erlbach-Kirchberg in Kauf nehmen, um nach Seifersdorf zu gelangen. Vor dort führt die Umleitung weiter nach Pfaffenhain und Leukersdorf.

Laut Spindler liegen die Bauarbeiten auf der Hauptstraße im Plan. Gehwege, Asphalt und die Beleuchtung werden erneuert. Bislang habe es nur eine Störung gegeben, als ein Bagger auf ein Telefonkabel traf und damit den Anschluss etlicher Anwohner kappte. "Das hat zu Verstimmungen geführt", sagte Spindler. Der Firma könne man jedoch keinen Vorwurf machen, da das Kabel offenbar nicht richtig verlegt worden war.

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