Viele Läden starten ab Montag wieder in den Alltag

Die Beschränkungen sind gelockert. Kommen die Kunden nun wieder verstärkt in die Innenstädte? Ein Blick nach Stollberg.

Stollberg.

Aufatmen unter der Händlerschaft in Stollberg. Dort bereiten sich alle darauf vor, die Ladengeschäfte am Montagmorgen wieder zu öffnen. Auf der einen Seite ist die Freude groß, auf der anderen Seite stehen die Überlegungen, wie man die Abstands- und Hygieneregeln am besten umsetzen kann. Öffnen dürfen laut den neuen Bestimmungen alle Geschäfte bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern. Doch wie sieht es in der Großen Kreisstadt Stollberg aus?

Innenstadtmanager Stefan Herold hat alle Händler und Gewerbetreibenden der Stadt und den Ortsteilen kontaktiert. "Die Mehrzahl der 40 Einzelhändler wird die Geschäfte wieder öffnen." Auch Claudia Lindner, Inhaberin des Buch + Kunst Ladens in der Herrenstraße. "Die vergangenen Wochen waren eine Durststrecke. Dankbar sind wir, dass unsere Stammkunden uns die Treue gehalten haben. Wir hatten einen Lieferservice eingerichtet und auch eine kontaktlose Einkaufsmöglichkeit am Laden angeboten. Die Leute haben angerufen und bestellt und wir haben eine Tüte mit der Rechnung zur Abholung vor die Tür gestellt."

Und obwohl sich die junge Frau in allen Richtungen gedreht hat, über Soziale Medien und im Online-Bereich über die Stollberger Händlerplattform, die auch per QR-Code direkt am Geschäft erreichbar ist, waren die Umsätze bei Weitem nicht dort, wo sie sonst bei geöffnetem Laden sind. "Es ist deutlich weniger, was man einnimmt", so Lindner. Ab Montag soll Normalität Einzug halten - so weit das möglich ist: "Abhängig von der Ladengröße dürfen sich immer nur vier bis fünf Leute gleichzeitig im Geschäft aufhalten", so Lindner weiter.

Der Buch + Kunst Laden hat eine lange Tradition von 257 Jahren. "Das Geschäft, das ich vor elf Jahren von meiner Oma übernommen habe, musste schon einige Krisen, auch Kriege, Hochs und Tiefs überleben und ich bin optimistisch, dass wir auch diese Krise meistern. Der Zusammenhalt unter den Händlern ist groß und wissen wir alle zu schätzen", sagt Claudia Lindner. "Wir können froh sein, dass wir in Deutschland leben und in so einer Situation Unterstützung und Förderung erfahren. Selbst wenn wir öffnen können: Die Frage ist doch, inwieweit Geld in der Bevölkerung da ist, wenn so viele Unternehmen Kurzarbeit anmelden mussten."

Auf der Händler-Plattform (www.stl-einkaufen.jimdofree.com), die Stefan Herold gestaltet hat, als die Geschäfte aufgrund der Allgemeinverfügung schließen mussten, können ab Montag aktuelle Informationen abgerufen werden zu Öffnungszeiten sowie Lieferdienste und Abholservice der Gaststätten, Restaurants und Imbisse, die nach wie vor geschlossen sind. Die Seite, so die Erfahrung von Stefan Herold, werde gut genutzt. Parallel arbeitet der Innenstadtmanager am Inhalt der City-App für Stollberg.

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