Viele Schätze und ein großes Rätsel um ein besonderes Diadem

Das Heimatmuseum Knochenstampfe in Dorfchemnitz zeigt in einer Sonderausstellung Zarenträume. Ein Exponat hat schlaflose Nächte eingebracht.

Das Wasserfall-Diadem ist auch in der Ausstellung zu sehen. Zwar ist es eine Replik, aber trotzdem ein echtes Schmuckstück.
Der Krönungsmantel von Zarin Alexandra Romanowa.
Jürgen Zabel zeigt in der Sonderausstellung eine türkise Kokoshnik, die Zarenkrone von Katherina II. und das Liebesknotendiadem (von links).

Von Petra Wötzel

Ein Raum voller Kronen, Diademen und Broschen. Sie glänzen wie echte Kronjuwelen, sehen aus wie die wahren Schmuckstücke, doch sie haben nie das Haupt von Königen geziert. Denn die 130 funkelnden Exponate, die jetzt in der Sonderausstellung im Heimatmuseum Knochenstampfe im Zwönitzer Ortsteil Dorfchemnitz zu sehen sind, sind keine Originale, auch wenn sie täuschend echt aussehen. Es sind Nachbildungen unbezahlbarer Träume aus Diamanten, Smaragden, Gold und Silber.

Zum 100. Todestag der Romanows sind in Dorfchemnitz - in Deutschland einmalig - Russlands Kronjuwelen der großen Familie des letzten Zaren in der Replik zu sehen, erklärt Museumsleiter Jürgen Zabel. Die funkelnden Geschmeide sind Leihgaben aus dem Besitz von Privatsammlern. Hergestellt wurde der royale Schmuck originalgetreu von Dieter Baumgartl aus Berlin.

"Der begnadete Handwerker war Autodidakt, als Hausmeister hatte er rein gar nichts mit Schmuck zu tun. Die Kunstwerke europäischer Adelshäuser fertigte er anhand von Fotos in Büchern oder im Internet", erzählt Museumsleiter Jürgen Zabel. Unter den Schätzen, die in der stilvoll gestalteten Ausstellung präsentiert werden, sind viele Kostbarkeiten, die es im Original schon lange nicht mehr gibt. Ein großer Teil ist verschollen, andere Stücke lagern in Museen oder privaten Panzerschränken.

In der Ausstellung ist der traditionelle Hochzeitsschmuck der Romanows annähernd vollständig erhalten. Ein besonderes Schmuckstück ist die prachtvolle kaiserliche Krone für Katharina die Große, die sich in der Schau würdevoll in einer Vitrine dreht. Das detailgetreue Prunkstück ist ein Meisterwerk der Handwerkskunst von Baumgartl. Das Original wiegt knapp zwei Kilogramm und wurde 1762 aus 4936 Diamanten hergestellt.

Vom Liebesknotendiadem gibt es fünf Versionen. Populärste Variante ist die des englischen Königshauses. Es war das Diadem von Kronprinzessin Diana. Sie erhielt es zur Hochzeit mit Prinz Charles von ihrer Schwiegermutter Queen Elisabeth. Weil es so schwer war, soll sie das Diadem aber nie gerne getragen haben. Nach ihrem Tod ging das Schmuckstück wieder zurück ans Königshaus. Das Liebesknotendiadem der Romanows ist in der Ausstellung auf einem Bild zu sehen. Der Juwelenschatz wurde 1925 unter einer Treppe des Palastes gefunden, als eine Stufe durchbrach und repariert werden musste. Der Schmuck war im Inneren von lebensechten Schwänen aus Silber versteckt.

Und dann ist da noch das geheimnisvolle Diadem. Es wurde von einem Sammler vor wenigen Monaten auf einer Auktion erworben. Woher stammt es und in welcher Dynastie wurde das Original getragen? Darüber gibt es keine Informationen.

Selbst tage- und nächtelanges Studium im Internet brachten kein Ergebnis. "Die blaue Haube in der es präsentiert worden ist, deuten auf ein Werk des inzwischen verstorbenen Künstlers Dieter Baumgartl hin. Vielleicht geben uns Besucher einen Hinweis", hofft Museumsleiter Zabel.

Die Ausstellung zum 100. Todestag der russischen Zarenfamilie, Teil 2, kann bis zum 18. November im Museum Knochenstampfe in Dorfchemnitz, am Anger 1, besucht werden. Geöffnet ist Mittwoch bis Samstag von 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, Sonntag 12 bis 17 Uhr, Montag und Dienstag ist Ruhetag. Informationen unter Telefonnummer 037754 2866.

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