Vollblutmusiker begeistern mit unverwechselbarem Sound

"Bandana - Sound of Johnny Cash" hat sich am Samstag in Lugau wieder als Publikumsmagnet erwiesen. Zum dritten Mal war die Chemnitzer Band bereits hier zu Gast.

Lugau.

Seit ihrer Gründung 2001 hat sich die Chemnitzer Band Bandana mit ihrem unverwechselbaren Johnny-Cash-Sound zu einer musikalischen Größe entwickelt. Seit knapp zwei Jahren steht Bandgründer und Cash-Stimme Andreas Matthes nun mit neuen, deutlich jüngeren Leuten auf der Bühne. Zur dreiköpfigen Stammformation gehören Ben Weber an der Gitarre und Kevin Cash am Kontrabass. "Mit den jungen Leuten ist wieder etwas frischerer Wind in die Band gekommen", freut sich Matthes. Doch musikalisch ist sich die Formation treu geblieben. Etwa 60 Lieder von Johnny Cash gehören zum spielbaren Repertoire, darunter Klassiker wie "Ring Of Fire" und "I Walk the Line".

Gespielt wurde am Samstagabend im Zelt auf dem Hof des Kultur- und Freizeitzentrums. Etwa 100Leute passen rein, mehr als 80 waren gekommen. Vor allem ältere Besucher hatte das Konzert gelockt. "Der westernmäßige Stil und das persönliche Ambiente gefallen uns. Außerdem haben wir das als Lugauer ja direkt auf der Nase", so Angela Gläser. Sie und ihr Mann Jens gehören zum Stammpublikum von Bandana. Doch der treibende Keil war diesmal Tochter Susan. Die 30-Jährige schwärmt: "Die neumodischen Sachen sind nicht so mein Ding, aber Johnny-Cash-Titel und dann noch live, das gefällt mir. Hier merkt man, dass die Musiker mit Leidenschaft dabei sind."

Dabei ist Andreas Matthes keineswegs Profimusiker. Vor zwei Jahren hat der 41-Jährige sein Studium zum Maschinenbauer abgeschlossen, arbeitet in diesem Beruf und bestreitet mit Bandana nur etwa 20Konzerte pro Jahr. "Ich habe mich jahrelang mit der Musik durchgeschummelt", meint er augenzwinkernd und lässt offen, ob er studiert und nebenher musiziert hat - oder ob es umgekehrt war. Musikalisch will er sich jedenfalls weiterentwickeln und wartet auch in Lugau mit einer Neuerung auf: Bei "Casey Jones", einem Lied über einen US-amerikanischen Lokführer, holt er ein Banjo heraus. Der Grund: "Casey Jones" wurde von Johnny Cash 1962 mit Banjo eingespielt, und eines der Hauptanliegen ist es für Matthes, dem Originalsound seines Vorbildes so nahe wie möglich zu kommen.

In der Gunst des Publikums steht jedoch nicht nur der Frontmann. Die stoische Ruhe, mit der der erst 16-jährige Ben Weber an der Gitarre agiert, begeistert ebenso wie Kevin Cash am Kontrabass. Als Gast stand zudem Miriam Spranger (Schlagzeug, Gesang) mit auf der Bühne. Keiner der vier hat Musik studiert, doch Vollblutmusiker sind sie alle. So ist der Bassist, der auch mit seiner eigenen Band Kevin Cash and The Cattlemen auftritt, seit einigen Wochen freiberuflicher Musiker. Miriam Spranger ist vor allem mit Soloprogrammen unterwegs. Andreas Matthes wirkt hin und wieder als Gitarrist auch bei The Waikiki Riders, einem Hawai-Country-Projekt, mit. Abgehoben sind sie deshalb noch lange nicht, und so kamen Band und Publikum in den Konzertpausen schnell ins Gespräch.

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