Vorbereitung für kulinarische Olympiade

Die deutsche Jugendnationalmannschaft der Köche hat in Leukersdorf ein Drei-Gänge-Menü zubereitet. Für die Köche war es ein Training für einen großen Wettbewerb. Für Inhaberin Claudia Lappöhn war es ein Kochfest der besonderen Art.

Leukersdorf.

So viel Betrieb ist selten in der Küche der Sportgaststätte Leukersdorf: 16 junge Köche aus ganz Deutschland haben am gestrigen Sonntag fünf Stunden lang für ein Drei-Gänge-Menü geschnippelt, gekocht und gebrutzelt. Neugierige durften den Profis entgegen den Gepflogenheiten über die Schulter schauen. "Das ist gewünscht", versicherte Paul Emde, der 1990 geborene und in Chemnitz aufgewachsene Trainer der Jugendnationalmannschaft. Die Jugendnationalmannschaft hat in Leukersdorf ein Training für die IKA-Olympiade absolviert, die im Februar 2020 in Stuttgart stattfindet. Dort werden Mannschaften von Japan und Singapur bis USA und Kanada insgesamt 1200 Menüs zubereiten. Jedes teilnehmende Team muss 60 Menüs vorbereiten. Womit genau die deutsche Mannschaft punkten will, bleibt geheim. Doch Paul Emde verriet: Bei der Vorspeise werden Forelle, Meerrettich und Steinpilze kombiniert. Bei der Hauptspeise kommt alles vom Rind auf den Tisch, dazu unter anderem Blumenkohl und Karotte. Beim Dessert dreht sich alles um den Apfel.

Für Claudia Lappöhn, Inhaberin der Sportgaststätte Leukersdorf, ist die Ausrichtung eines solchen Trainings ein lang gehegter Wunsch: "Ich habe drei Jahre bei Paul Emde darum gekämpft." So eine Nationalmannschaft schleppt relativ viel heran. "Die haben mir ungefähr drei Kubikmeter Waren ins Lager gestellt", so Lappöhn. Neben den Kochzutaten wurde auch Zubehör herangeschafft. Emde: "Das wirkt viel, weil wir nicht nur Töpfe und Messer mitbringen, sondern auch das Originalgeschirr." Dies ist nötig, weil die einzelnen Gänge exakt für das Wettkampfgeschirr angerichtet werden.

Punkt 14 Uhr haben die Köche losgelegt. Jetzt konnte die Crème de la Crème der Jungköche bei der Arbeit beobachtet werden. Für Gespräche aber blieb den Akteuren keine Zeit. Alle wirbelten hin und her, zu hören waren Gesprächsfetzen wie: "Ich hol' noch zwei Schüsseln." Bringst du mir Handschuhe mit?" "Wie lang zieht das schon?" Teamkapitän Lena Schmitz hatte den Überblick. "Thomas, mach bitte die Arbeitsplatte komplett clean", forderte sie, und es war klar, dass es hier keine Diskussionen gibt. Binnen fünf Stunden musste alles fertig sein.

"Was die hier kochen, das ist Sternebereich", sagte Claudia Lappöhn. Während ihrer Ausbildung in Stuttgart hatte sie selbst an den ersten Runden des Wettkampfs teilgenommen. "Ich war mal Stuttgarts beste Nachwuchsköchin." Der Pokal steht noch heute auf dem Tresen. Auf Landesebene in Baden-Württemberg ist sie dann auf Platz vier gelandet.

Von den 16 Jungköchen, die in der Sportgaststätte trainiert haben, werden in Stuttgart nur die besten fünf dabei sein. Da muss jeder Handgriff sitzen. Dennoch wären 60 Menüs normalerweise nicht zu schaffen. Doch für den Wettbewerb dürfen einige Dinge vorbereitet werden: Ein Arbeitsplan wird vorab aufgestellt. Die Zutaten werden im Vorfeld abgewogen und etikettiert. Die Mehrzahl der Rezepte stammen übrigens von Paul Emde, dessen Trainerjob ein Ehrenamt ist. Für seine zehnjährige Arbeit beim Nationalteam ist er gestern mit der Goldenen Ehrennadel des Chemnitzer Köchevereins ausgezeichnet worden.

Doch was passierte mit den Menüs? "Das bekommen 60 Gäste, darunter Sponsoren, Mitglieder des Chemnitzer Köchevereins und Privatpersonen", so Lappöhn. Die mussten das Menü ganz normal bezahlen. Der Erlös kommt Lukas Stern zugute, einem gemeinnützigen Verein, der schwerkranken Menschen letzte Wünsche erfüllt.

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