Vortragsgäste zeigen sich spendierfreudig

Rund 250 Besucher sind am Sonntag nach Lößnitz gekommen, um sich selbst und anderen etwas Gutes zu tun. Eine einheimische Ärztin hatte zu einer Benefizveranstaltung zugunsten des Elternvereins krebskranker Kinder Chemnitz eingeladen.

Lößnitz.

Eigentlich hat Christine Wagner mit ihren Vorträgen längst Routine. Die Lößnitzer Ärztin referierte unter anderem bereits über Frédéric Chopin, Franz Liszt und Richard Wagner. Aber Lampenfieber plagte die Medizinerin auch vor ihrer jüngsten Benefizveranstaltung wieder. "Ich habe das Gefühl, ich weiß gar nichts mehr", bekannte sie wenige Minuten vor Beginn.

Doch was sie in den nächsten 100 Minuten mit dem Weimarer Hochschulprofessor Wolf-Günter Leidel (Flügel) sowie Lukas Gebelein (Gesang) präsentierte, war gleichermaßen kurzweilig wie spannend: Unter dem Titel "Eine Frau setzt sich durch" stand das Leben von Clara Schumann im Mittelpunkt.


Dabei wurde immer wieder deutlich, wie intensiv sich Christine Wagner mit dem Leben der Pianistin auseinandergesetzt hat, denn neben bekannten Fakten berichtete die Lößnitzerin in lockerem Plauderton auch über weniger Bekanntes, zum Beispiel Clara Schumanns vermutlich letzten Geliebten, den in Neukirchen bei Chemnitz geborenen Komponisten Theodor Kirchner. Musikalisch wurde der Abend mit Musik von Robert Schumanns Träumerei bis Richard Wagners Tannhäuser-Ouvertüre untermalt.

Für viele der Gäste ist der Besuch der Benefizveranstaltungen zugunsten des Elternvereins krebskranker Kinder Chemnitz inzwischen schon eine gute Tradition. So meint die Auer Ärztin Roseliese Urban über die Verbindung von kulturellem Erlebnis und Unterstützung anderer: "Das ist eine wunderbare Kombination." Ingrid Fischer, die wiederum zum ersten Mal einen solchen Vortrag besuchte, war ebenfalls begeistert: "Das ist sehr gut. Professionell gemacht, aber auch humoristisch. Man hat sehr viel über das Leben von Clara Schumann erfahren."

Insgesamt waren rund 250 Leute gekommen. Und Christine Wagner verdeutlichte gleich zu Beginn die Beweggründe für ihr Engagement: "Mit der Diagnose Krebs ist von einer Sekunde auf die andere nichts mehr so, wie es war." Trotz der medizinischen Fortschritte sei der Preis hoch. Nicht nur die krebskranken Kinder leiden laut Wagner unter der oftmals langwierigen Behandlung. Auch die Geschwister seien stark davon betroffen.

Der Elternverein krebskranker Kinder Chemnitz hat sich zur Aufgabe gemacht, sowohl den erkrankten Kindern als auch ihren Familien zu helfen. Dafür wurden am Ende der Veranstaltung am Sonntag in Lößnitz Spenden gesammelt, während alle gemeinsam das Lied "Der Mond ist aufgegangen" sangen.

Insgesamt sind 2675 Euro zusammengekommen, die in voller Höhe dem Verein zugutekommen, denn die Mitwirkenden haben auf ihr Honorar verzichtet. Dazu gab es weitere Unterstützer. So durfte zum Beispiel der Muhme-Campus kostenlos genutzt werden.

Die nächste Benefizveranstaltung auf dem Muhme-Campus in Lößnitz gibt es am 31. August. Eingeladen wird dann für 18Uhr zum "Musik-Cocktail".

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