Was der neue Betreiber für das Freibad Neukirchen plant

Während die Sanierungsarbeiten in der Freizeitstätte im vollen Gange sind, hat der Gemeinderat entschieden, wer das Bad künftig leitet. Der Neue hat Ideen, wie Besucher angelockt werden sollen.

Neukirchen.

Das Freibad hat einen neuen Betreiber: Ab 1. April ist Thomas Sprunk für die Freizeitstätte zuständig. Mit seiner Hohenstein-Ernstthaler Firma betreibt er seit 2001 Bäder in verschiedenen Kommunen, darunter in Lugau und Hohenstein-Ernstthal. Für das Freibad Neukirchen wurde ein Betriebsführungsentgelt in Höhe von 111.000Euro zuzüglich Umsatzsteuer vereinbart. Darin enthalten sind neben Personalkosten unter anderem Versicherung und Instandhaltungskosten. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern von voraussichtlich etwa 30.000 Euro stehen dafür allerdings in vollem Umfang der Gemeinde Neukirchen zu. Der Gemeinderat hat dem Vertrag mit einer Gegenstimme zugestimmt.

Deutlich wurde in einer längeren Diskussion des Stadtrates, dass sowohl die tatsächlichen Kosten als auch die Einnahmen auf Schätzungen beruhen. Thomas Sprunk: "Ich kenne das Bad, aber die Betriebskosten sind schwer zu planen." Wie hoch die Kosten für Wasser, Chemie und Strom tatsächlich ausfallen, könne nur geschätzt werden.

Ein Grund dafür ist, dass das Bad zuletzt nicht geöffnet hatte - und nach der Wiedereröffnung völlig anders aussehen wird. Für rund 2,5Millionen wird die Anlage derzeit saniert. Unter anderem wird eine neue Filteranlage eingebaut und das 50 mal 30 Meter große Beton-Schwimmbecken durch ein etwas kleineres Becken aus Edelstahl ersetzt. Zwei 50-Meter-Bahnen sollen erhalten bleiben, außerdem ist ein Planschbecken für Kinder vorgesehen. Die Arbeiten liegen laut Gemeinde im Zeitplan. Wenn das Wetter mitspielt, soll in dieser Woche der Einbau der Filteranlage fortgesetzt werden. Nachdem das Bad in der Saison 2018 komplett geschlossen war, soll es im Mai wieder für Besucher öffnen. Nachdem der bisherige Betreiber nicht weitermachen wollte, hatte sich Thomas Sprunk als einziger Bewerber auf die erfolgte Ausschreibung gemeldet.

Bürgermeister Sascha Thamm verdeutlicht: "Ein Bad ist immer ein defizitäres Geschäft." Die Gemeinde wisse nicht, wie die Besucher auf die umgebaute Sportstätte reagieren. Thamm weiter: "Wir brauchen nicht das beste Bad in Westsachsen, aber wir wollen etwas für unsere Gemeinde schaffen." Ein Pluspunkt des Bades seien die großen Liegeflächen, ein anderer Vorteil die zwei 50-Meter-Bahnen, so der Bürgermeister.

Der jetzt vorgelegte Vertrag soll für drei Jahre gelten, wobei über eine Anpassung des Entgeltes nach einer Saison noch einmal verhandelt werden kann. Thomas Sprunk hat seinerseits darauf verwiesen, dass ein externer Betreiber für solch eine Anlage kein Muss ist: "So etwas kriegt eine Gemeinde auch allein hin, aber meine Mitarbeiter sind die besten, die es gibt in dieser Branche."

Um Besucher anzulocken, arbeitet er an mehreren Strategien: "Wir könnten zwei oder drei Sportveranstaltungen pro Jahr etablieren und eventuell stellen wir eine mobile Fasssauna auf." Der Kiosk soll unterdessen von einem externen Betreiber übernommen werden. Die alles entscheidende Frage ist für Sprunk jedoch, ob die Besucher das rundum erneuerte Bad annehmen.

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