Was Holz mit Motto "Grün" zu tun hat

Mit einem Teilnehmerrekord starten am heutigen Freitag die Offenen Monate im Heinrich-Hartmann-Haus. Viele der Teilnehmer haben den diesjährigen Titel aufgegriffen.

Oelsnitz.

Die traditionelle Sommerausstellung "Offene Monate" im Oelsnitzer Heinrich-Hartmann-Haus öffnet wieder ihre Pforten. Nach 42 Ausstellern im Vorjahr zeigen diesmal 45 Hobbykünstler ihre Werke. Galerieleiter Alexander Stoll hatte dazu aufgerufen, sich mit dem Thema "Grün" auseinanderzusetzen. Und viele Teilnehmer haben den Vorschlag aufgegriffen.

So findet sich das Motto in den 2019 entstandenen Acrylbildern "Sonnenaufgang" von Regine Eilenberger (Lößnitz) und "Im Spiegelwald" von Klaus Fischer (Meinersdorf). Hans Lothar Julius (Chemnitz) zeigt sein Aquarell "Schilf" aus dem Jahr 2013, Tilo Heinze (Stollberg) einen "Waldweg", den er 2018 in einer Mischtechnik Aquarell/Kohle aufs Papier gebracht hat. Nicht wirklich grün, aber dem Thema sehr nahe ist unterdessen ein Fensterbild von Karin Gruner, in dem die Hohndorferin aus zarten Pflanzenteilen von Hirtentäschel bis Stiefmütterchen eine Wiese mit Schmetterlingen entstehen lässt.


"Ich hätte es wissen können, bin aber doch überrascht, dass es so stark um Landschaften geht", sagt Alexander Stoll über die Arbeiten zu dem von ihm ersonnenen Thema. Gleichzeitig räumt er ein, dass in den Hobbyateliers das Thema Landschaft bereits in den Vorjahren eine große Rolle gespielt hat. Dennoch findet sich eine große Bandbreite anderer Themen. So ist von Tilo Heinze auch ein Porträt des Rolling-Stones-Gitarristen Keith Richards zu sehen. Gerhard Kunze aus Jahnsdorf hat sich auf sehenswerte Art mit der Frauenkirche Dresden beschäftigt. Und von Wolfgang Ulbig aus Thalheim sind zwei wirkungsvolle geometrische Druckgrafiken ausgestellt.

Nicht immer entstehen die Arbeiten unmittelbar für die jeweilige Ausstellung. So hat Petra Gumprecht (Callenberg) mit "Weg zum See" und Wiese mit Gänseblümchen" zwei ältere Acrylbilder mitgebracht, weil sie sich inzwischen verstärkt aufs Töpfern konzentriert. Die Ausstellung im Heinrich-Hartmann-Haus, bei der sie zum vierten Mal dabei ist, möchte sie dennoch nicht missen: "Ich hatte damals übers Internet von dieser Ausstellung erfahren. Das Schöne daran ist für mich, dass ich auch die Arbeiten von anderen Hobbykünstlern sehe."

Weit überwiegend werden zweidimensionale Werke gezeigt, hauptsächlich Malerei und Grafik. Eine angedeutete dritte Dimension kommt bei einem Bild des Zwickauers Wolfgang Körner ins Spiel, dessen Arbeit erst bei genauerem Hinsehen offenbart, dass hier Stein ins Bild eingearbeitet ist.

Im Wortsinne schwere Kunstwerke hat unterdessen Jürgen Zaremba in die Galerie getragen, denn der Hohndorfer ist mit Großskulpturen in der Ausstellung vertreten. Aus dem Stamm eines alten Pflaumenbaumes hat er 2018 das Werk "Aufbruch" gearbeitet. Bei der Skulptur "last minutes" hat er Eiche und Kiefer verwendet. Die auf Kippe stehenden Weltkugel und eine Uhr, auf der es gerade fünf Minuten vor Zwölf ist, versteht er als Appell: "Bei Problemen wie dem CO2-Ausstoß muss mal einer anfangen. Kunst muss die Menschen zu Aktionen bewegen, nicht jedoch zu Aktionismus." Und so beschäftigen sich, auch wenn es auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, Zarembas Arbeiten durchaus mit dem heurigen Motto "Grün".

Die Ausstellung wird am heutigen Freitag, um 19 Uhr eröffnet und ist bis zum 11. August jeweils donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

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