Weihnachtszeit ist Spendenzeit - auch zum Wohl von Tieren

Advent Hektik statt vorweihnachtlicher Gemütlichkeit, Arbeitsstress statt Besinnlichkeit. Wie kommt bei Erzgebirgern trotzdem Vorfreude auf? Heute: das Team des Stollberger Tierheims.

Stollberg.

Unterm Wunschbaum des Stollberger Tierheims im Geschäft "Fressnapf liegen liebevoll verpacktes Hundefutter, Diabetes-Katzenfutter, getrocknete Mehlwürmer und Katzenstreu, auch ein großer Sack Heu. Letzteres haben sich laut anhängendem Zettel Otto und Krümel gewünscht - das sind die beiden Rehe, die im Tierheim ihr Domizil haben. Am Baum selbst hängen nur noch zwei Kärtchen. "Wir müssen Nachschub besorgen", stellt Tierheim-Chefin Susann Scheibner fest und meint neue Wunschzettel. Und auch die Geschenke der "Fressnapf"-Kunden müssen abgeholt werden. Und nicht nur die - auch im Oelsnitzer Rewe-Markt gebe es viele Tierfreunde, die Wünsche vom dortigen Baum erfüllen. Ein dritter Wunschbaum steht im Tierheim selbst.

Die Kärtchen gestalten und die Spenden abholen - das sind zusätzliche Arbeiten, die in der Adventszeit für die Tierheimmitarbeiter anfallen. "Allein innerhalb der ersten Woche haben wir vier Mal in die Märkte fahren müssen. Aber das ist positiver Stress", sagt Susann Scheibner. Man freue sich sehr, dass so viele Menschen die Advents- und Weihnachtszeit nutzen, um den Tieren Gutes zu tun. "Auch junge Leute unterstützen uns", sagt sie. So habe man bereits Spenden aus einer Neukirchner Schule abgeholt, nächste Woche fahre man aus gleichem Grund ans Stollberger Gymnasium und in eine Auer Schule. "Ich freue mich sehr, dass insbesondere Kinder und Jugendliche an den Tierschutz denken." Das sei auch ein gutes Zeichen dafür, dass der Verein den Tierschutzgedanken nach außen getragen habe.

Zusätzlichen Aufwand bedeuten im Dezember auch das Fest, das am 1. Advent im Tierheim stattfand, sowie der bevorstehende Hundeweihnachtsmarkt in Klaffenbach. Dort informiere man zur Vereinsarbeit und gebe beispielsweise auch Patenschaftsanträge aus, weil solche Tierpatenschaften gern auch als Weihnachtspräsent verschenkt werden, erzählt sie.

Was nicht möglich ist: Zu Weihnachten ein Tier zu verschenken. Um unüberlegten tierischen Weihnachtsgeschenken vorzubeugen, gebe es ab Montag bis zum 6. Januar wieder eine Vermittlungspause. Erstmals werde auch zu den Feiertagen geschlossen sein. An erster Stelle stehe in dieser Zeit die Tierversorgung. Und sie selbst werde in der Weihnachtszeit auch öfter im Tierheimbüro anzutreffen sein. "Wir nutzen die Schließtage, um die Jahresabrechnung zu machen, Spendenquittungen zu schreiben und Dienst- beziehungsweise Urlaubspläne zu schreiben." Ganz nebenbei laufen auch noch Bauarbeiten im Quarantänebereich der Hunde.

Trotz allen Stresses - es geht auch weihnachtlich zu im Tierheim. Dazu gehören nicht nur Weihnachtsschmuck im Gelände und in den Räumen sowie Räucherkerzenduft bei der gemeinsamen Kaffee- und Teerunde. "Am Sonntag beispielsweise sind wir zum Lichtelfest ins Annaberger Tierheim eingeladen", sagt Scheibner. Dann werde man es genießen, selbst mal Gast zu sein.

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