Wellnerfabrik soll ein neues Geläut bekommen

Stadt Aue-Bad Schlema ist auf der Suche nach Ersatz für gestohlene Glocken

Aue-Bad Schlema.

Das markante Hauptgebäude der ehemaligen Wellner-Fabrik in Aue soll ein neues Geläut für sein Uhrtürmchen bekommen. Dafür hält die Stadt laut Pressesprecherin Jana Hecker Ausschau nach aus Abbruchhäusern gesicherten geeigneten Glocken von anderen Städten, Sammlern oder Museen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Spendenaktion, um neue Glocken gießen zu können.

Die alten Glocken wurden im Oktober 2012 gestohlen. Zwar habe es polizeiliche Ermittlungen und die Spur zu einem Verdächtigen gegeben, doch das Verfahren wurde bereits 2012 eingestellt. Spätere Verdachtsmomente im Zusammenhang mit einem anderen Fall seien laut Stadt nicht ausreichend gewesen für die Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. So blieben die drei alten Bronzeglocken verschwunden. "Wir wissen von vielen Auern, dass sie sich wünschen, dass das Geläut wieder erklingt", begründet Jana Hecker das Bemühen der Stadt. Die Glocken hätten für die Stadt einen hohen historischen Wert. Das hängt auch mit der Geschichte des Wellner-Werkes zusammen, in dem zeitweise bis zu 5000 Angestellte und Arbeiter Beschäftigung fanden. Die Glocken läuteten deren Schichtbeginn ein. Der Betrieb galt als weltweit führender Besteckhersteller. Nach Rückgabe des Gebäudekomplexes an die Firmenerben nach der Wende 1990 und der Aufgabe der Besteckherstellung 1995 gab es zunächst notdürftige Sicherungen durch die Stadt. Die Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude begannen Ende 2016. In diese flossen bislang rund vier Millionen Euro. 2020 erhielt es einen neuen Dachstuhl nach historischem Vorbild. Zurzeit wird laut Stadt an mehreren Stellen gearbeitet. Noch immer unklar ist die künftige Nutzung des Gebäudes. Industriemuseum, Wohnungen, Pflegeheim, neue Betriebsstätte - Möglichkeiten gibt es viele, zurzeit aber keinen Investor.

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