Wie der Orionnebel in den Regenbogentreff kommt

Mädchen und Jungen haben ihr neues Domizil in Meinersdorf nach eigenen Vorstellungen verschönert. Dabei gab es viel Unterstützung sowie Tipps und Lob von einem Fachmann.

Meinersdorf.

Ausgerüstet mit Handschuhen, Mundschutz und einem ausgedienten Kittel warten die sechs 12- bis 14-jährigen Jugendlichen auf ihren Einsatz. In einer großen Kiste stehen die Arbeitsmittel, Spraydosen in zahlreichen Farben, bereit. An der Wand ist bereits das Zwischenergebnis von einem Tag Arbeit zu sehen. Auf einer Breite von sechs Metern und mit einer Höhe von zweieinhalb Metern sind auf sechs Tafeln, die in ihrer Gesamtheit als Einheit wirken, bunt glitzernden Nebelschwaden in mystischen Farben zu sehen. Die jungen Graffiti-Künstler sind zufrieden - obwohl für das Gesamtergebnis doch noch etwas fehlt.

In einem eigentlich stillgelegten, mit Unterstützung der Gemeinde Burkhardtsdorf kurzfristig nutzbar gemachten Nebengebäude der ehemaligen Schule Meinersdorf, fand in den vergangenen zwei Tagen das erste Ferienprojekt des Kinder- und Jugendtreffs Regenbogen in seinem neuen Domizil statt. Nach dem Umzug vom ehemaligen Vereinshaus in das Pestalozzihaus wünschten sich die Kinder und Jugendlichen eine Verschönerung der noch kahlen Wände. "Das lässt sich organisieren, soll aber unbedingt eine Gemeinschaftsaktion werden", sagte Steffen Falk, Leiter der Einrichtung.

Die Kinder machten sich Gedanken, redeten und diskutierten über ihr Ideen und einigten sich schließlich darauf, ihre Vorstellung vom Orionnebel an die größte Wand zu bringen. Rund 1350 Lichtjahre liegt der Orionnebel von der Erde entfernt. Er hat eine Ausdehnung von etwa 24 Lichtjahren. Der astronomische Emissionsnebel verbirgt sich im Sternbild des Orion. Mit bloßem Auge sieht man ihn am Himmel lediglich als kleinen, leuchtenden Punkt.

Mit Nico Roth aus Adorf im Vogtland holten sich die Nachwuchs-Sprayer einen Fachmann in den Bereichen Graffiti, Airbrush, Objektgestaltung nach Meinersdorf. Der freischaffende Künstler fertigte einen groben Entwurf. Nur das Maskottchen von Meinersdorf, die "Zisch" arbeitete er konkret aus. Denn das Wappentier muss unbedingt mit aufs Bild, da war sich die Gruppe einig. Nach einigen Testversuchen mit dem noch unbekannten Objekt Farbdose wurde es schließlich ernst. "Es macht zwar Spaß, aber man muss schon mal ein bisschen üben, um ein Gefühl für das Sprayen zu bekommen", sagte zum Beispiel Graffiti-Neuling Emma. Gesprüht wurde das Wandbild schließlich auf sechs Tafeln aus dem Messebau mit schwarzem Hintergrund. Als besonderen Hingucker werden helle Punkte auf dem Gesamtkunstwerk nach dem Anbringen an der Wand indirekt beleuchtet.

Unter dem Motto "Wir sind hier gern zu Hause" wird das Graffiti Projekt Meinersdorf mit einer Umsetzung in Höhe von 1500 Euro von zwei Energiedienstleistern (EnviaM und Mitgas) gefördert. Die Präventionstage bestehen aus einem Aufklärungs- und einem Praxisteil. So erklärte Nico Roth etwa die Konsequenzen des verbotenen Besprühens von Flächen.

Beim Orionnebel konnten die jungen Leute dafür unbesorgt loslegen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Die Nähe zur Wand, das Erreichen von Spezialeffekten wie Sprühnebel mit verschiedenen Farbnuancen und das Einbinden der Ziege in die Weltraumatmosphäre waren dabei ganz spezielle Herausforderungen, die durch Tipps von Nico Roth, aber auch durch Ausprobieren gemeistert wurden. "Die Jugendlichen haben unglaublich schnell gelernt. Ich war bei dem Projekt nur Berater. Von dem Ergebnis bin ich absolut begeistert und beeindruckt", sagt Nico Roth.

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