Wie im richtigen Leben: Das Rathaus ist die Zentrale

Zu einem besonderen Ferienprogramm sind Mädchen und Jungen in das Kultur- und Freizeitzentrum Lugau eingeladen worden. Viele Aktivitäten wurden geboten - viele Eindrücke blieben.

Lugau.

Das Rathaus ist die Zentrale der Kinderspielstadt im Kultur- und Freizeitzentrum (KFZ) Lugau gewesen. Am Dienstag war es Anlaufpunkt für 80 Mädchen und Jungen aus vier Hortgruppen. Jedes Kind durfte sich für eine der zwölf Stationen entscheiden. Als Eintrittsticket bekam es eine Karte. War eine Station beendet, konnte nach Rückgabe des Kärtchens beim freundlichen Chef der Ausgabestelle eine weitere Aktivität ausgewählt werden. Wer unschlüssig war, ließ sich beraten, wo zum Beispiel noch Plätze frei sind.

Ob in der Gärtnerei, Druckerei, Bastelwerkstatt, Holzbrennerei oder Bäckerei, beim Filzen, Schnitzen, Nähen, beim Zielspritzen mit der Kübelspritze, im Kino oder auf der Hüpfburg - schnell hatten die Kinder ihren bevorzugten Favoriten gefunden. Paulien, Mathilda, Carolin, Gina und Jessy steuerten zielsicher die Gärtnerei an. Die Mädchen aus dem Hort Niederdorf hatten unterschiedliche Vorstellungen, welche Farben der Blumentopf, der später bepflanzt wird, bekommen soll. "Orange, gelb und grün, das passt gut zum Garten", findet Mathilda, und flugs hat sie ihren Tontopf farbig verziert. Nach dem Trockenföhnen durften die Kinder einen Studentenblumen-Steckling einsetzten. Die reichlich 80 Pflänzchen hatte KFZ-Mitarbeiter Michael Thümmler für das Ferienprogramm aus Samen herangezogen.


Gleich neben der Gärtnerei wurde mit dem Kartoffeldruck eine alte Technik neu entdeckt. Alles, was dazu gebraucht wird, sind große Kartoffeln, kleine Ausstechformen, Farbe und ein Tuch zum Bedrucken. Besonders beliebt war die Herzform, aber auch Tiere wurden fleißig gestempelt. "Das ist einfach und sieht richtig toll aus. Vielleicht mache ich noch ein Tuch für meine Mama. Die würde staunen und sich bestimmt freuen", meinte Lina.

Ob von den Keksen, die in der Bäckerei produziert wurden, noch welche für zu Hause übrig geblieben sind, ist nicht bekannt. Für Dennis war es das erste Backblech seines Lebens, welches er selbstständig mit Keksfiguren bestückt hatte. "Am meisten freu ich mich aufs Kosten, wenn sie aus dem Ofen kommen", verrät der Neunjährige. Erstaunt über die Kreativität und das Vorstellungsvermögen der Kinder war Johannes Lochmann. Er gab Tipps beim Bemalen von fünf übergroßen Papphäusern mit Wasserfarbe. "Was sich die jungen Maler ausgedacht haben, ist wirklich erstaunlich."

Die Mädchen aus der Gärtnerei sind inzwischen in der Nähstube angekommen. Mit Unterstützung von Hobby-Näherin Monika Schettler wollen die absoluten Neulinge an der Nähmaschine ein kleines Kuschelkissen herstellen "Das ist nicht so schwer, wie ich es mir vorgestellt hatte", sagt Mathilda. Sie ist begeistert von ihrem Erstlingswerk und meinte im Überschwang der Gefühle. "Vielleicht wünsch ich mir eine Nähmaschine - oder doch lieber zuerst ein Handy."

Auffallend war, dass es in der Spielstadt keine geschlechterspezifischen Stationen gab. Die Kinder probierten unvoreingenommen Verschiedenes aus. "Beim Nähen stehen die Jungs den Mädchen in nichts nach, sie sind sogar manchmal geschickter", sagte Monika Schettler.

Mit ihren sowohl anspruchsvollen als auch lehrreichen und kinderfreundlichen Angeboten hat das Team des KFZ Lugau wohl den Geschmack des Nachwuchses getroffen und das Ziel des Ferienprogrammes erreicht.

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