Wie Züchter ihre Kaninchen auf Wettbewerbe vorbereiten

Mehr als 70 Tiere sind am Wochenende von Preisrichtern und Besuchern in der Meinersdorfer Turnhalle gemustert worden. Mit der Qualität waren die Veranstalter zufrieden. Aber die Anzahl ist drastisch gesunken. Warum?

Meinersdorf.

Höchstpunktzahl für sechs Kaninchen. Eine sehr gute Bewertung für 69 Tiere und zweimal die Note gut. Nur vier Tiere halten den Kriterien des Preisrichters nicht stand. Das ist das Ergebnis der 26. Jungtierschau des Kaninchenzuchtvereines "Gut Zucht" Meinersdorf sowie der Rassekaninchenzüchter der Sparte S 183 Gornsdorf. Der Vorsitzende des Meinersdorfer Vereines, Detlef Kircheis, war zufrieden mit der Qualität der Tiere, die am Wochenende in der Meinersdorfer Turnhalle ausgestellt wurden.

Ob ein Kaninchen die Chance bekommt, einmal ein Zuchtkaninchen zu werden, entscheidet sich schon früh. Da nicht jeder kuschelige Vierbeiner für eine Weiterzucht verwendet werden kann und sich auch nicht jedes Tier für eine Ausstellung eignet, kommt es auf die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl des Züchters an. Einige Tage vor einer Schau wird der Nachwuchs für den "Laufsteg" herausgeputzt. Detlef Kircheis erklärt die Vorbereitung: Erfahrene Züchter schauen nach Geschlechtsmissbildungen, ob das Gebiss in Ordnung ist, die Länge der Ohren dem Standard entspricht oder ob die Krallen eine einheitliche Farbe haben. "Da nicht jeder Fehler immer offensichtlich ist, kann es selbst erfahrenen Züchtern passieren, dass sie etwas übersehen", so Detlef Kircheis.

Die Anzahl der Teilnehmer warf am Wochenende Fragen auf. Hatten sich im vergangenen Jahr noch 137 Tiere den Preisrichtern und Besuchern präsentiert, waren es diesmal deutlich weniger: 77 Kaninchen aus 17 Rassen von 18 Züchtern, darunter ein Jugendlicher.

Über die Ursachen macht sich Detlef Kircheis Gedanken. Ein Grund dafür könne sein, dass einige Züchter im vergangenen Jahr viele Tiere aus dem Bestand verloren haben, eine erfolgreiche Zucht erst wieder aufgebaut werden muss oder sie ihren besten Nachwuchs erst in zwei Wochen zur Landesjungtierschau zum ersten Mal zeigen wollen. Zudem gab es in diesem Jahr vermehrt späte Würfe, die Kaninchen sind daher für die Ausstellung noch zu jung. Zugelassen werden Tiere vom dritten bis zum vollendeten achten Lebensmonat. Gekennzeichnet wird das Alter durch eine Tätowierung im Ohr.

"Das sind nur Vermutungen, genaue Ursachen kenne ich nicht", betont der Meinersdorfer, der seit zwanzig Jahren Kaninchen der Rasse Deutsche Kleinwidder züchtet. 1997 übernahm er den Vorsitz des zur Zeit 14 Mitglieder zählenden Vereines der Rassekaninchenzüchter. Auch Vereinsmitglied Steffen Roscher war von den späten Geburten betroffen. "Meine Havannas sind für eine Schau noch viel zu klein", erklärt der Züchter. Schon als Kind hat er sich die Grundkenntnisse der Kaninchenzucht beim Opa abgeschaut, seit 31 Jahren züchtet er selbst, hat derzeit etwa 30 Kaninchen im Bestand.

"Unsere Schau ist die erste im Jahr in der Region und deshalb eine wichtige Orientierung für die Hobby-Züchter, die auf das Urteil der Preisrichter aufbauen können. Das Ziel eines jeden Zuchtfreundes ist, dass seine Tiere dem Rassestandard möglichst nahekommen", erklärt Detlef Kircheis. "Wir möchten die Jungtierschau erhalten. Noch größeren Zuspruch könnten wir durch gemeinsame Veranstaltungen mit anderen, nicht nur Kaninchenvereinen, erreichen."

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