Wo der Teddy Schlitten fährt

Spielzeug aus drei Jahrhunderten wird ab heute bei der Januarausstellung 2019 im Annaberg-Buchholzer "Erzhammer" gezeigt. Teilweise entstanden dafür besondere Szenen.

Annaberg-Buchholz.

Jetzt hat der Teddy seinen richtigen Platz. Nur der Schneeball, den er werfen soll - eine Styropor-Kugel - will nicht so richtig halten. Da muss Uwe Moule noch mal ran. Er wird noch etliche Male auf das Podest klettern, auf dem die Szene mit den plüschigen Gesellen zu sehen sein soll. Alle Jahre wieder baut er in den beiden Sälen im Annaberg-Buchholzer "Erzhammer" die Januarausstellung auf. Und doch sei es immer etwas Besonderes, weil es jedes Mal ein neues Thema und andere Exponate gibt. Diesmal sind es "Historische Spielzeugwelten aus drei Jahrhunderten", die ab morgen zu einem Besuch einladen.

Zunächst gilt es noch, für Puppen, Puppenstuben, Fahrzeuge, Spiele und anderes mehr den richtigen Platz zu finden. Vieles wird in aufwendig gestalteten Szenen gezeigt - so verwandelt sich auch die Bühne des "Erzhammers" in eine erzgebirgische Winterlandschaft samt Modellbahn. Jeden Baum hat Uwe Moule selbst zurechtgerückt. Und dann wäre da noch ein riesiges Bild als Kulisse, über das er besonders froh ist. Erschaffen hat es der Wiesaer Kunstmaler Günther Kreher - allerdings in kleinerem Format. Für die Januarschau hat es Uwe Moule vergrößern lassen. Nun versinken hinter der Modellbahn erzgebirgische Häuschen im Schnee. Das Ganze wird von Olbernhauer Lichterhäusern ergänzt. Es passt zur Winterlandschaft vor der Haustür - auch wenn der Ausstellungsleiter hofft, dass es nun aufhört mit dem Schnee. Schließlich sollen viele Besucher kommen - in den vergangenen Jahren waren es stets mehrere tausend.

Pferdefuhrwerke, ganze Bauernhöfe aus Holz zum Spielen, Traktoren, ein Mini-Karussell, alte Puppenwagen und ein Schaukelpferd: Es gibt überall etwas zu entdecken. Dabei stammt ein Teil der Exponate wie die älteste gezeigte Puppenstube aus dem 18. Jahrhundert - andere waren einmal in Kinderzimmern der DDR zuhause. So wird mancher wohl Spiele, Plüschtiere oder Puppenmöbel aus jener Zeit wiederentdecken.

Doch bevor es soweit ist, muss noch manches an seinen richtigen Platz. Gerade wird ein Teddy für die Winterszene mit einer Decke auf einem Schlitten eingemummelt, ein anderer soll ihn schieben. Gar nicht weit weg davon kommt ein riesiger plüschiger Geselle auf Skiern daher, wieder andere beteiligen sich an der Schneeballschlacht. Damit das alles klappt, legt auch Manuela Fischer - eigentlich Leiterin der Klöppelschule im Haus - mit Hand an. Sie befestigt die Teddys einzeln an später nicht sichtbaren Stäben, damit man sie gut hinstellen kann.

Loks, Wagen im Miniformat und Holzeisenbahnen bestimmen das Geschehen in einer anderen Ecke. Zudem dürfen Kaufmannsläden aus verschiedenen Zeiten nicht fehlen. "Wie aufwendig vieles gearbeitet ist", sagt Heike Kluge, die etwa beim Aufbau der Puppenstuben mit Hand angelegt hat. Dort finden sich auch in den Schränken verschiedene Details - zum Beispiel dafür gefertigte Miniatur-Wäsche.

Dass die Ausstellung solche schönen Stücke zeigen kann, ist laut Uwe Moule neben Museen vor allem privaten Leihgebern zu verdanken. Diese kommen aus der Region, aber auch von weiter her. Sogar ein Sammler aus München hat Exponate für die Januarausstellung ins Erzgebirge gebracht. Andere wiederum hat der Ausstellungsleiter selbst abgeholt. Doch viele würden die Raritäten bei ihm im "Erzhammer" abgeben und den Aufbau dann dem Team überlassen. "Dieses Vertrauen macht uns natürlich stolz", sagt Uwe Moule.

Die Arbeiten in den Sälen haben in dieser Woche begonnen. Auch gestern gab es noch einiges zu tun, bevor heute die ersten Gäste begrüßt werden. Im Übrigen ist ein kleiner Bereich der Ausstellung Spielzeug aus Kriegszeiten gewidmet, vor allem aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Doch auch, dass Teile von Gasmasken nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet worden sind, um etwa eine kleine Lampe fürs Püppchen zu bauen, können Gäste sehen.

Die Januarausstellung mit dem Titel "Historische Spielzeugwelten aus drei Jahrhunderten" kann von heute bis zum 3. Februar im Annaberg-Buchholzer Haus des Gastes "Erzhammer" besucht werden. Geöffnet ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr. Kinder bis 14Jahre haben freien Eintritt, Erwachsene zahlen 3 Euro. Es gibt auch ein Kombiticket mit der Manufaktur der Träume à 7 Euro.

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