Wohnhaus Poststraße 16 wird für 1,1 Millionen Euro saniert

Das niedrige Zinsniveau ist gut für Investitionen. Der Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft Lugau sieht mittelfristig gerade deshalb aber auch Probleme.

Lugau.

Die Wohnungsbaugesellschaft Lugau (WGL) wird in diesem Jahr das Gebäude Poststraße 16 sanieren beziehungsweise modernisieren und dort sechs Wohnungen - je drei Drei- und Vierraumwohnungen - schaffen. Baustart soll noch im ersten Quartal sein, die Fertigstellung ist 2020 geplant. Kostenpunkt: Rund 1,1Millionen Euro. Das sagte WGL-Geschäftsführer Heiko Rudolf in dieser Woche vor dem Lugauer Stadtrat.

Damit entspricht die Investition in etwa der weitestgehend abgeschlossenen Sanierung des WGL-Gebäudes Querstraße 9. Die sechs Wohnungen seien inzwischen voll vermietet, sagte Rudolf. Zugleich habe man auch das anschließende Areal erwerben und den dortigen Schuppen abreißen können. Damit sei die Voraussetzung geschaffen, zwischen Radweg und Innenstadt eine Verbindung für Radfahrer und Fußgänger zu bauen.

600.000 Euro betrug die Förderung für das Projekt, außerdem wurde ein Kredit aufgenommen. Eine ähnliche Mischfinanzierung aus Fördermitteln und Kredit soll es auch für die Poststraße 16 geben, sagte Falk Slomiany. Der Wirtschaftsprüfer hatte den WGL-Jahresabschluss 2017 geprüft und bestätigt. Insgesamt zog der Finanzexperte eine gute Bilanz: 2017 habe es einen Jahresüberschuss von rund 51.000 Euro gegeben, die Eigenkapitalquote sei mit 31,6 Prozent angemessen und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im Laufe des Jahres 2017 durch planmäßige Tilgung um 670.000 Euro gesunken.

Ende 2018 lag der Stand der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bei etwa 9,127 Millionen Euro, sagte Rudolf. "Ein Rekordtief in der Unternehmensgeschichte." Trotz der für die Poststraße 16 geplanten Neuverschuldung werde der Kreditzuwachs dank gleichzeitiger Tilgung Ende 2019 lediglich etwa 400.000 Euro betragen.

Da Kredite in der Wohnungswirtschaft sehr wichtig für Sanierungen seien, sei das aktuell noch immer niedrige Zinsniveau dafür eine gute Rahmenbedingung und auch komfortabel für Umschuldungen, sagte WGL-Geschäftsführer Rudolf. Allerdings sieht er ab 2020/21 auch Probleme bezüglich der Beschaffung von Kapital über Bankkredite: Denn das Eigenkapital der Banken schrumpfe infolge der langen Nullzinsphase.

Ein Thema im Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft sei immer wieder auch das Thema Leerstand, sagte Bürgermeister Thomas Weikert (Linke). Dieser liege seit Jahren relativ konstant bei etwa 25 Prozent. Man wolle darum mit dem Sanierungsträger STEG nochmals Fördermöglichkeiten für die Sanierung weiterer WGL-Gebäude prüfen. Stadtrat Andreas Dietz (FWG) brachte in dem Zusammenhang das Dichterviertel zur Sprache und Klaus Küttner (FWG) die Poststraße13/15. Der Aufsichtsrat werde sich des Themas in diesem Jahr annehmen, sagte Weikert. Und Heiko Rudolf ergänzte, dass zumindest im Dichterviertel ja auch noch etliche Leute wohnen. Die Gebäude Poststraße 13/15 stünden allerdings bis auf eine Wohnung leer.

Aufsichtsrat und Geschäftsführung der WGL wurden vom Stadtrat für das Geschäftsjahr 2017 einstimmig entlastet.

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