Zukunftsprojekt: Zwönitz wird zur "Smart City"

Die Kommune ist als eine von 50 Modellstädten ausgewählt worden - und erhält eine Millionenhilfe. Damit soll eine App und mehr entwickelt werden.

Zwönitz.

Wie Stadtleben in der Zukunft entwickelt und erprobt werden kann, soll Zwönitz als "Smart City" in den nächsten sieben Jahren beweisen. Die Bergstadt gehört zu 50Modellprojekten, die das Bundesinnenministerium dafür jetzt ausgewählt hat. Mit Hilfe einer Millionenförderung soll die Stadt zukunftsfähige Konzepte im Bereich der Stadtentwicklung auf- stellen. Als Ziele setzt sich die Bergstadt unter anderem die Digitalisierung der Verwaltung, die Vernetzung von innovativen Unternehmen und Smart Living, vernetztes Wohnen.

Der Zwönitzer Stadtrat hatte die Bewerbung für das Förderprogramm im Mai beschlossen. Rund hundert Städte, Kreise und Gemeinden aus ganz Deutschland waren unter den Mitbewerbern. Die erzgebirgische Stadt ist in der Kategorie Kleinstädte und Landgemeinden ausgewählt worden. Möglichst viele Kommunen sollen laut Bundesinnenministerium von den Erkenntnissen der "Smart Citys" profitieren. "Die Projekte sollen miteinander und beispielhaft erproben, wie die Digitalisierung in den Kommunen im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung nachhaltig und intelligent gestaltet werden kann", heißt es.


Als ein erstes Ziel will die Stadt Zwönitz eine App entwickeln. Aufs Smartphone geladen, kann der Nutzer der App Informationen aus Zwönitz beziehen. Das Programm soll aber auch eine Plattform bieten, über die Bürger ihre Wünsche an die Stadtverwaltung mitteilen können. . "Es ist so etwas wie Facebook", erklärt der Zwönitzer Bürgermeister Wolfgang Triebert (CDU).

Dass Zwönitz für das Projekt "Smart City" ausgewählt wurde, freut Triebert. "Wir sind sehr glücklich, in die Riege der Modellkommunen aufgenommen worden zu sein." Ihn erreichte die Nachricht in seinem Urlaub. Fast vergessen scheint da der Frust, dass die Stadt vor einigen Monaten bei der Vergabe von Fördermitteln des Bundesbildungsministeriums in Millionenhöhe für das Forschungsprojekt namens "3D-Audio" leer ausgegangen war. Triebert sagt nun: "Wir haben erst mal mit einem Glas Sekt angestoßen." Die Bewerbung, die innerhalb weniger Wochen erarbeitet worden war, sei ein "ganz schöner Kraftakt" gewesen. Doch die Mühe hat sich offenbar gelohnt. Denn im Zuge des Projekts können nun rund acht Millionen Euro investiert werden. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 1,4 Millionen Euro. Die Stadtverwaltung hofft zudem auf einen millionenschweren Zuschuss vom Land.

Laut Triebert muss als erster Schritt nun neues Personal rekrutiert werden, das sich um das Projekt kümmert. Dann geht es an die konkrete Umsetzung. Geplant ist etwa, in Zwönitz ein Funk-Netzwerk aufzubauen mit Sensoren, die sich unter anderem in Straßenlaternen befinden. So ließe sich das Licht in ganzen Straßenzügen per Klick aufs Handy steuern.

"Es gibt ganz viele Anwendungsbereiche", sagt Bürgermeister Triebert. So werde auch der geplante Neubau der Sauna- und Fitnesslandschaft mit Sensoren ausgerüstet, die den Stromverbrauch in Echtzeit messen und aktuelle Daten aus dem Kassensystem übermitteln können. Wolfgang Triebert dazu: "Wir wollen die Stadt zu einem Innovationszentrum machen, das Bedeutung für ganz Südwestsachsen hat." (ike/juef)

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