Zukunftstechnologie soll Talente herauskitzeln

Stollberg belebt seine 3D-Druckwerkstatt für Kinder und Jugendliche wieder. Das soll Spaß machen, hat allerdings auch einen ernsthaften Hintergrund.

Stollberg.

Die Stollberger 3D-Druckwerkstatt geht in eine neue Runde. Im Kulturbahnhof. "Wir möchten den Teilnehmern diese Technologie näher bringen. Schließlich ist 3D-Druck im Kommen und Stollberg ein hochtechnologisierter Wirtschaftsstandort", sagt Tommy Kunze von der Stollberger Firma KE-CNC. Unterstützt wird er vom Zahntechniker Stephan Illgen. Er ergänzt: "Wir wollen natürlich auch das individuelle Potenzial herauskitzeln."

Doch worum geht es? Immer dienstags zwischen 15.30 und 18 Uhr werden Kunze und Illgen im Auftrag der Stadt Stollberg im Kulturbahnhof zur 3D-Druckwerkstatt. Kinder- und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren empfangen. Sie können dort erste Schritte in der 3D-Modulation und dem dazugehörigen Druck machen. Dazu stehen Computerprogramme und ein neuer 3D-Drucker zur Verfügung.

Die Programme laufen auf Internetbasis. Das heißt, die Teilnehmer können mit ihren Zugängen von jedem Rechner aus mit Internetverbindung auf ihre Projekte zugreifen. "Wir werden die Hobbies und Interessen der Teilnehmer abfragen und die Projekte daran individuell ausrichten", sagt Kunze. Dazu wird er - unter Berücksichtigung der Hygiene-Regeln - kleine Gruppen mit Teenagern auf etwa gleichem Leistungsniveau bilden. Die Kinder und Jugendlichen können ihr eigenes Projekt konzipieren und drucken. Das bedient den Spaßfaktor des Projektes.

Die Stadt verfolgt aber auch noch einen tieferen Sinn: Interessen und Talente bei den jungen Leuten herauszukitzeln. 3D-Druck ist in diesem Zusammenhang ein durchaus interessantes Betätigungsfeld. "3D-Druck gilt als eine Schlüsseltechnologie in der Raumfahrt, speziell bei der Besiedlung beispielsweise des Mars", sagt Kunze. Aber auch weniger futuristisch spielt 3D-Druck eine immer größere Rolle in der Wirtschaft. "Die Technik ist prädestiniert für Prototypen und Kleinserien bis fünf Exemplare", führt Kunze aus. Das Einsatzgebiet ist dabei nicht nur im industriellen Bereich angesiedelt. "Sie ist auch in der Hörakkustik oder der Zahntechnik angekommen", sagt Illgen. So würde Zahnersatz heute schon digitalisiert hergestellt. Spezielle Scanner würden im Mundraum ihre Arbeit machen und mit Hilfe von 3D-Druckern konnten dann Probestücke angefertigt werden. "Das spart Geld, weil notwendige Änderungen am Probestück vorgenommen werden können und somit teures, herkömmliches Material gespart werden könne." 3D-Druck ist zwar noch kein Lehrberuf. Trotzdem kann ein derartiges Gruppenangebot für die Berufsorientierung wertvoll sein. Schließlich geht es nicht nur um die Drucktechnik. Es geht auch um 3D-Modulation via CAD, die in mehreren Bereichen zum Einsatz kommen.

Interessenten für das kostenfreie Angebot können sich per E-Mail an u.felber@stollberg-erzgebirge.de für die 3D-Druckwerkstatt anmelden.

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