Zum Wochenende: Absurder Antrag

Vertrautes Spiel am Montag im Jahnsdorfer Rat: Alle sind sich einig, der Tagesordnungspunkt scheint reine Formsache zu sein, doch dann meldet sich Mario Löffler, NPD-Mann und Chef der Neuen Liste. Das Spiel, zu dem er Bürgermeister Albrecht Spindler herausfordert, ist in den meisten Fällen überflüssig. Löffler reitet gern auf Details herum und bringt damit die Sitzungen ins Stocken. Aber diesmal wird die Absurdität auf die Spitze getrieben.

Die Räte haben sich soeben gegen den weiteren Betrieb des Flüchtlingsheims ausgesprochen. Spindler fügt hinzu, dass die Gemeinde prüfen lässt, ob sie einstweiligen Rechtsschutz in Anspruch nimmt, falls das Landratsamt das Heim nicht schließt. Und Löffler? Stellt einen Antrag, einstweiligen Rechtsschutz in Anspruch zu nehmen, falls das Landratsamt das Heim nicht schließt.

Spindler ist fassungslos. Doch während er sonst oft aus formalen Gründen nachgeben muss, hält er diesmal dagegen. Weil der Antrag zu spät kommt und nichts zur Sache beiträgt, lässt Spindler ihn nicht zu. Löffler wird wütend, wirft Spindler vor, geltendes Recht zu beugen. Aber am Ende setzt sich Spindler durch.

In einem Ort, in dem fast alle gegen das Flüchtlingsheim sind, ist es für einen NPD-Politiker manchmal schwer, sich zu profilieren. Wie soll das erst werden, wenn Jahnsdorf Erfolg hat und das Heim tatsächlich geschlossen wird? Die Erfahrung zeigt: Das Nichtvorhandensein von Ausländern führt leider nicht zu einem Verschwinden rechter Politiker.

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