Zum Wochenende: An andere denken

Weihnachten an andere denken. Dieser Satz hat 2020 eine Tragweite ganz besonderen Ausmaßes. Wir sind in der Corona-Pandemie aufgefordert, besonders Rücksicht aufeinander zu nehmen, an andere zu denken. Mit der neuen Allgemeinverfügung im Erzgebirgskreis gelten ab heute noch strengere Regeln. An andere denken, kann aber noch viel, viel mehr sein.

Im kleinen Gornsdorf beweisen zwölf Frauen und Männer, dass sie an andere denken. Die Mitglieder des Gemeinderates überweisen nämlich in diesen Tagen Spenden an die Verwaltung. Mindestens 1200 Euro könnten so zusammenkommen, sagt Andrea Arnold. Das ist - ohne gleich an die große Politik zu denken - mehr als nur eine nette Geste.

Warum die Gornsdorfer Gemeinderäte das tun, hat eine längere Vorgeschichte: Auslöser ist in der Kommune der drastische Gewerbesteuereinbruch in diesem Jahr, die Gründe dafür allseits bekannt. Waren 2019 noch 1,5 Millionen Euro eingeplant, werden für das Jahr 2020 nun nur noch 756.000 Euro erwartet. Die Gornsdorfer müssen also drastisch sparen - zu allererst bei den freiwilligen Ausgaben. Das heißt, sie strichen auch das Baby-Begrüßungsgeld und die jährliche Ehrung der jungen Sportler der Gemeinde. "Das tat allen weh", sagt die Bürgermeisterin. Doch man habe keine Alternative gehabt, wenn man nicht eine Zwangsverwaltung riskieren wollte. Mit den Spenden ist es jetzt nun doch möglich, dass die stolzen Eltern der jüngsten Gornsdorfer mit jeweils 50 Euro unterstützt werden können. Für die Nachwuchssportler wird es auch eine Anerkennung geben. An andere denken, kann viel bewegen.

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