Zum Wochenende : Die Initiative

Ich wünschte, wir würden uns weniger wünschen - und mehr tun. Das sagte einst Lisz Hirn, eine Philosophin und Künstlerin aus Österreich. Ob sie Hans Loll kennt? Sicher nicht. Der Mann hat einfach nur getan, gemacht - aber tief unter dem Radar: Jahrelang sammelte der Thalheimer den Straßenmüll in seiner Stadt auf, ohne dafür entlohnt oder gar gelobt werden zu wollen. Als er zu alt war, um sein Werk fortzusetzen, wünschte er sich, das andere Thalheimer sich nicht nur eine saubere Stadt wünschen, sondern etwas tun. Mehr als zwei Jahre später nehmen Thalheimer bald am ersten Subbotnik teil - es sind zwar derzeit nur zehn Anmeldungen, aber immerhin. Die Auerbacher packen heute schon an als eine reine Bürgeraktion. Beides ist ein Anfang. Beides sollte nicht einmalig bleiben.

Es ist das Phänomen der Eigeninitiative, die uns Menschen stark machen kann. Und sie ist nicht genetisch, sondern erlernbar, sagen Wissenschaftler. Indem es andere anderen vormachen. Wie einige Kitas in der Region. Unter dem Hashtag "tragsmit" sucht der "Bienenkorb" aus Leukersdorf weitere Mitstreiter. Es geht um die Verschönerung der Einrichtung mit besseren Spielmöglichkeiten. Vieles davon wird mit Spenden und mit Eigeninitiative auf die Beine gestellt. In Meinersdorf ist es nicht anders: Der Naturgarten der Kita für 50.000 Euro soll unter anderen auch eine Matschstrecke für die Kinder bekommen - Eltern bauen mit ihren Kindern gemeinsam mit.

Aus einem Wunsch wird also ein Tun - wir werden genau deshalb in Kürze diese Projekte genauer vorstellen. Denn auf sie trifft nicht der beißend-satirische Spruch zu: Er wollte die Initiative ergreifen - aber diese war leider schneller.

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