Zum Wochenende : Jugend (ein)binden

Es ist nicht ausgeschlossen, dass an der Oberschule in Lugau irgendwann einmal ein von Schülern entworfenes Bushäuschen stehen wird. Der Unterstand ist das Ergebnis eines überregionalen Architekturprojektes. Bürgermeister Thomas Weikert hat bereits signalisiert, dass die Schüler ihre Arbeit im Stadtrat vorstellen können. Da die Haltestelle zurzeit keinen Schutz vor Wind oder Regen bietet, ist der Bedarf unstrittig. Ob die Schülerarbeit in der Realität umgesetzt wird, müssen die Ratsleute entscheiden. Lugau ist kein schlechtes Pflaster für ein solches Vorhaben. Beim Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" hat die Stadt zuletzt häufiger erfolgreich auf die Mitarbeit von Schülern zurückgegriffen.

Ortswechsel. Einen Schritt weiter ist die Kita Rasselbande in Meinersdorf. Dort entsteht zurzeit ein neues Außengelände. In die Planung sind die Kinder seinerzeit eingebunden worden. Nun helfen die Eltern bei der Umsetzung. Auch andernorts bekommt der Nachwuchs eine Stimme in der Ortspolitik. Spätestens seit den Kommunen in Sachsen die Jugendbeteiligung als Kann-Bestimmung aufgetragen worden ist - was leider als recht schwammig bezeichnet werden muss - ist trotzdem beispielsweise in Oelsnitz eine Jugendbefragung durchgeführt worden, und die Jüngeren durften beim neuen Spielgerät am Waldbad mitbestimmen. In Stollberg hat die Jugend mit dem Kreisjugendring ein eigenes Festival auf die Beine gestellt und in Thalheim amtieren zwei Kinderbürgermeisterinnen.


Die Jugend stärker in die Zukunftsplanung einzubinden ist wichtig. Es sind die heute jungen Leute, die später als Bürger oder sogar Fachkräfte die Zukunft der Dörfer und Städte sichern. Wer schon in frühen Jahren - auch im Ortsbild sichtbare - Spuren hinterlassen hat, wird sich vielleicht schwerer tun, die heimischen Zelte abzureißen.

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