Zum Wochenende: Keine Extrawurst

Mindestens fünf Schüler und ein Lehrer der Oberschule Auerbach haben Corona. Sie sind diese Woche positiv auf das Virus getestet worden. Die Schule ist seit vergangenen Montag geschlossen und bleibt es bis mindestens Mitte nächster Woche. Schüler einzelner Klassen müssen sogar in häusliche Quarantäne. Sie alle aber erleben ein Déjà-vu: wieder Lernen zuhause, wieder bekommen sie Aufgaben per Mail geschickt statt dass der Lehrer oder die Lehrerin sie in den Stoff einführt. Von den Eltern, die wieder kreiseln müssen, damit die Kinder zuhause betreut sind, diese ihre Schulaufgaben machen und sie selbst irgendwie ihre Arbeit erledigen, ganz zu schweigen. So geht es übrigens Eltern an derzeit sechs Schulen im Erzgebirgskreis.

Ein paar wenige Kilometer weiter dagegen kommen 999 Fans des FC Erzgebirge Aue zwei Stunden lang im Erzgebirgsstadion in Aue auf ihr Vergnügen und feuern ihre Mannschaft gegen die aus Fürth an. Am Dienstag noch hatte der Landkreis entschieden, dass das Spiel ganz ohne Fans stattfinden soll. Zu groß ist nämlich die Zahl der Neuinfektionen im Kreisgebiet mit dem Corona-Virus, an dem zudem in dieser Woche zwei Menschen gestorben sind. Doch einen Tag später wird freudig durch den Verein verkündet: Es gab eine Einigung. Unterhalb der erlaubten Grenze für Großveranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen spielt man eben vor 999 Fans. Das sei wichtig für die Fans und die Mannschaft.

Wichtig für die Schüler ist ein geregelter Unterricht, zumal das zurückliegende Schuljahr ziemlich sicher noch einige Klassenstufen später zu spüren sein wird. Wichtig ist aber auch, die Verbreitung des Corona-Virus aufzuhalten - auch wenn die Mittel unpopulär sind. Insofern ist die Schließung der Auerbacher Schule gerechtfertigt. Wir müssen alle zurückstecken. In allen Bereichen. Das heißt aber eben auch, dass das Gesundheitsamt genauso konsequent bei Fußballspielen und anderenVeranstaltungenvorgehenmuss.

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